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Mit Goldfisch nach Las Vegas: Nürnberger Mental-Zauberer bekommt Show

Der Künstler hat bei einer amerikanischen Talentshow gewonnen - 01.03.2021 11:56 Uhr

Kuch gewann mit einem Zaubertrick mit Hilfe eines Goldfisches in der US-amerikanischen TV-Talentshow "Fool Us" einen Auftritt in Las Vegas.

27.02.2021 © Timm Schamberger, dpa


Es sind bange Sekunden für Christoph Kuch. Sie entscheiden darüber, ob der große Traum des Zauberkünstlers wahr wird. "Hören wir, was sie zu sagen haben", sagt die Moderatorin im US-Fernsehen und gibt die Entscheidung an die Jury weiter. Die Spannung ist auf dem Höhepunkt.


Nürnberger gewann die Weltmeisterschaft der Magier


Kuch ist von seiner Heimat Nürnberg aus per Videokonferenz in die Sendung "Fool us" ("Leg uns rein") der US-Meistermagier Penn und Teller zugeschaltet. Er starrt gebannt auf den Monitor. Er wartet auf den einen entscheidenden Satz. Und dann fällt er tatsächlich: "Du hast sie reingelegt", sagt die Moderatorin. Kuch jubelt - just an seinem 46. Geburtstag ist sein großer Erfolg in der Nacht zu Samstag deutscher Zeit im US-Fernsehen zu sehen.

Mit mehreren verblüffenden Mental-Tricks hat der gebürtige Nürnberger das erreicht, was nicht viele vor ihm schafften: Er gewinnt den Hauptpreis in der beliebten amerikanischen Magier-Talentshow. Er darf damit in Las Vegas zusammen mit Penn und Teller auftreten, die für viele Zauberkünstler auf der ganzen Welt Vorbilder sind.

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Siegfried und Roy sind wohl die bekanntesten Zauberer aller Zeiten. Bekannt wurden die beiden vor allem durch ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen. Jahrelang traten die beiden in Las Vegas auf und gehörten zu den Bestverdienern im Live-Entertainment ihrer Zeit.


Seit mittlerweile zehn Jahren läuft ihre Show erfolgreich im US-Sender "CW". Wer es in der Sendung schafft, eine Zaubernummer zu zeigen, bei der Penn und Teller nicht herausfinden, wie sie funktioniert, gewinnt den Auftritt in Las Vegas. Penn schätzte einmal in einem US-Interview, dass es nur etwa zwölf Prozent der Kandidaten bisher gelungen sei, sie hinters Licht zu führen. Die meisten Tricks durchschauen die Zauber-Profis in ihrer Sendung relativ schnell.

Den Goldfisch ausgespuckt

In der neuesten Folge von "Fool us" ist Kuch am Anfang seines Auftritts mit einem Tuch über dem Kopf zu sehen. Der Nürnberger selbst ist während der gesamten Nummer stumm - eine Hommage an Teller, der seit zehn Jahren in der Show noch nie ein Wort gesprochen hat und sich lediglich mit Gesten äußert.

Kuch zieht im zweiten Teil seines Tricks ein Bündel Karten hervor. Auf jeder steht ein Beruf. Eine Zuschauerin darf frei eine Karte wählen - Astronaut steht darauf. Kuch zieht das Tuch über seinem Kopf weg und steht mit einem großen Astronauten-Helm da.


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Im letzten Teil der rund fünfminütigen Nummer präsentiert Kuch sechs Gegenstände, die von eins bis sechs nummeriert sind. Die Zuschauerin darf danach eine Zahl würfeln. Es ist die Drei. Die Zahl steht vor einem Plüschfisch. Kuch nimmt den Astronauten-Helm ab und spuckt aus seinem Mund einen lebenden Goldfisch in ein Glas.

"Was für eine abgefahrene Nummer" ("What a weird ass act"), kommentiert Penn den Auftritt - glaubt aber zunächst zu wissen, wie die Nummer funktioniert. Nur der Jury musste Kuch vorab erklären, wie alles abläuft. "Ich hatte ein paar Dinge eingebaut, um die beiden Magier auf die falsche Fährte zu führen", sagt Kuch, der offen lässt, wie viel von dem Goldfisch-Trick Illusion und Wirklichkeit ist.

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Nur wenige frühere Gewinner konnten nach der Sendung eine internationale Zauberkünstler-Karriere starten. Davon träumt auch Kuch. "Dass ich es geschafft habe, beide zu "foolen", fühlt sich natürlich gut an und ist eine Bestätigung für die harte Arbeit der vergangenen Jahre", sagt Kuch. Als Kind bekam er einen Zauberkasten geschenkt. Die Zauberei ließ ihn seitdem nie mehr los. "Meine Familie musste unendlich viele Zaubertricks über sich ergehen lassen", sagt Kuch, der in Stein im Landkreis Fürth wohnt.

Alle Tricks bleiben geheim

An den Effekten, die er in "Fool Us" zeigte, arbeitete der studierte Kaufmann mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie mehrere Jahre. Nicht einmal seine Familie weiß, wie die Tricks genau funktionieren. "Erst als ich die Nummer perfektioniert hatte, sagte ich bei Penn und Teller zu, deren Redaktion schon mehrfach bei mir angefragt hatte".


Was macht ein Zauberer zu Corona-Zeiten?


Kuch gewann nämlich bereits 2011 die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst und 2012 die Weltmeisterschaft jeweils in der Sparte Mental-Magie. Danach hing er seinen Job an den Nagel, um sich ganz der Zauberei zu widmen. Er hatte bereits mehrere Auftritte im deutschen Fernsehen und betreibt in Nürnberg mit Kollegen eine Zauberschule.

Was genau Penn und Teller hinter seinem Trick vermuteten, erfahren weder Kuch noch die TV-Zuschauer. "Alle Tricks bleiben in der Sendung trotzdem geheim, daher werden die Beratungen von Penn und Teller auch ausgeblendet - die Jury stellt dann fest, ob die beiden richtig oder falsch tippten", erklärt Kuch. In seinem Fall lagen die Magier, die mit vollen Namen Penn Fraser Jillette und Raymond Joseph Teller heißen, der Jury zufolge falsch.

Wegen der Corona-Beschränkungen konnte Kuch seinen Auftritt nicht direkt im amerikanischen TV-Studio vorführen. Der Trick wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres im Stuttgarter Renitenztheater mit 20 Zuschauern aufgezeichnet.


Im Gespräch: Gedankenleser Christoph Kuch


"Die Produzenten aus Amerika haben per Video-Konferenz der deutschen TV-Crew in Stuttgart die Anweisungen durchgegeben und alles ganz genau überwacht", erzählt Kuch. "Ich wusste nicht, wer im Publikum sitzt, wer die Karten zieht oder den Würfel bekommt", versichert er. Den Machern der Show sei es wichtig, dass niemand schummeln könne.

Wann genau Kuch in Las Vegas mit Penn und Teller vor großem Publikum seine Nummer noch einmal aufführen darf, hängt von der Pandemie-Lage ab. Ob er den beiden Magiern dann von Angesicht zu Angesicht verrät, wie seine Zaubernummer wirklich funktioniert? Kuch sagt: "Wenn sie mich fragen, sage ich: Na los, tippt doch noch mal."

dpa

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