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Mit Nazi-Tattoo im Schwimmbad: Bewährungsstrafe

Sechs Monate Haft auf Bewährung wegen Volksverhetzung - 22.12.2015 13:33 Uhr

Vor dem Amtsgericht Oranienburg (Brandenburg) muss sich ein 27-Jähriger wegen eines Nazitattoos verantworten.

22.12.2015 © dpa


Im Prozess um ein öffentlich gezeigtes Nazi-Tattoo ist der Angeklagte wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Vor dem Amtsgericht Oranienburg bei Berlin hatte der 27-Jährige zugegeben, die Tätowierung mit den Umrissen eines Konzentrationslagers und dem Spruch "Jedem das Seine" in einem Schwimmbad gezeigt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate Haft ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger auf Freispruch plädiert. Der Mann ist wegen Körperverletzung vorbestraft. Er sitzt für die rechtsextreme NPD im Kreistag Barnim.

Das Tattoo am unteren Rücken des Mannes zeigt die Umrisse eines Konzentrationslagers, darunter ist in gotischer Schrift "Jedem das Seine" zu lesen. Der Spruch stand am Haupttor des Konzentrationslagers Buchenwald. Es ist nur ein Verhandlungstermin angesetzt.

Einem anderen Badegast war die Tätowierung Ende November in dem sogenannten Spaßbad aufgefallen. Er machte davon ein Foto und veröffentlichte es bei Facebook, dazu schrieb er: "Solche Typen laufen unbehelligt im Schwimmbad in Oranienburg rum". Kurz darauf nahm die Polizei Ermittlungen auf.

 

Solche Typen laufen unbehelligt im Schwimmbad in Oranienburg rum: KZ-Tattoo mit dem Spruch "Jedem das seine".

Posted by Alexander Marguier on Samstag, 21. November 2015

 

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Wer Verbrechen des Nationalsozialismus öffentlich billigt, leugnet oder verharmlost, macht sich der Volksverhetzung schuldig. Außerdem müsse die Gefahr einer Störung des öffentlichen Friedens bestehen, sagte Martin Heger, Strafrechtsprofessor an der Humboldt-Universität Berlin, der Deutschen Presse-Agentur. Das sei im Oranienburger Fall naheliegend, da sich der Fall in einem öffentlichen Schwimmbad abspielte.

Dieser Artikel wurde am Dienstag um 13.30 Uhr aktualisiert.

dpa

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