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Mordprozess um zerstückelten Vater: 17-Jährige vor Gericht

Mutter und Lebensgefährte bereits inhaftiert - 18.10.2020 14:52 Uhr

"Morgen bringen wir meinen Vater um", schrieb sie einem Freund per WhatsApp. Mit 14 Jahren soll eine Jugendliche aus Schleswig-Holstein mit dabei geholfen haben, ihren Vater zu ermorden. Ihre Mutter und deren Partner wurden bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Von Mittwoch an muss sich nun die heute 17-Jährige vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Der Vorwurf: Mittäterschaft am gemeinschaftlich begangenen heimtückischen Mord an ihrem Vater.

Zu den Einzelheiten der Anklage machten weder die Staatsanwaltschaft Itzehoe noch die Sprecherin des Gerichtes nähere Angaben. Das gesamte Verfahren werde zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der jungen Frau nicht öffentlich sein, sagte die Sprecherin. Bis zum 15. Januar 2021 hat das Gericht neun Termine anberaumt. Da die Angeklagte zum Tatzeitpunkt minderjährig war, verhandelt die Jugendkammer. Es ist der zweite Prozesstart. Ein erstes Verfahren wurde wegen Corona ausgesetzt.

Vorschlag von der Affäre

Die Anklage gegen die junge Frau geht auf ein Urteil des Landgerichts gegen deren Mutter und ihren zehn Jahre älteren neuen Partner wegen gemeinschaftlichen Mordes zurück. Beide wurden im Februar 2020 schuldig gesprochen, den Mann umgebracht zu haben. Sie verbüßen rechtskräftig lebenslange Freiheitsstrafen.

Nach Erkenntnissen des Schwurgerichts hatte die Frau seit 2016 ein heimliches Verhältnis mit dem anderen Mann. Er zog zu ihr auf einen Reiterhof in Dammfleth. Im April 2017 soll er dort Mutter und Tochter vorgeschlagen haben, den Familienvater aus dem Weg zu räumen. "Morgen bringen wir meinen Vater um", schrieb sie dem Schwurgericht zufolge einem Freund per WhatsApp

Erst versteckt, dann zerstückelt

Laut Urteil lockten Mutter und Tochter das ahnungslose Opfer im Kinderzimmer des Mädchens. Der 42-jährige Vater starb durch zwei Schüsse in den Kopf. Der neue Partner hatte sich von hinten herangeschlichen und geschossen. Die Tochter soll aufgepasst haben, dass ihre Mutter und deren Freund bei der Spurenbeseitigung nicht überrascht wurden.

Die Leiche wurde zunächst in der Reithalle in einer Grube versteckt, später holte der neue Partner der Mutter des Mädchens sie nach Erkenntnissen des Gerichts heraus und zerstückelte sie. Einzelne Leichenteile wurden einbetoniert - der Torso kam wieder zurück in die Grube und wurde mit Kalk bedeckt.

dpa

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