Narkosemittel für Tiere
Neue "Zombie-Droge" breitet sich aus: Stoff führt zu Amputationen - noch kein Gegenmittel gefunden
13.1.2023, 11:19 Uhr
Drogen verursachen jedes Jahr Zehntausende Tote allein in den USA. Schätzungen zufolge starben 2021 in den Vereinigten Staaten rund 108.000 Menschen an einer Überdosis, 17 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Doch es könnte noch schlimmer kommen.
Eine neue Droge namens Xylazin, auch "Tranq" oder "Zombie-Droge" genannt, scheint sich in breiten Teilen des Landes rasant zu verbreiten. Entwickelt wurde Xylazin 1962 als Narkosemittel für tierärztliche Eingriffe, erklärt die New York Times. Erst in den 2000er Jahren sei die Droge als billiger Ersatz für Heroin verwendet worden und seitdem auf dem Vormarsch. Wie eine Studie herausgefunden hat, war Xylazin zwischen 2010 und 2015 "nur" für zwei Prozent der Todesfälle durch Überdosen in Philadelphia verantwortlich. Im Jahr 2019 waren es jedoch schon 31 Prozent - und die Tendenz ist steigend.
Wirkungen von Xylazin
Der Reiz von Xylazin liegt in seinem geringeren Preis gegenüber Heroin oder Fentanyl. Laut The New York Times kostet ein Beutel Heroin zehn Dollar - der Preis für "Tranq" liegt mit fünf Dollar bei der Hälfte. Doch die Auswirkungen der Zombie-Droge sind offenbar noch fataler als die von herkömmlichen Betäubungsmitteln.
Nach dem Konsum von Xylazin entstehen an der Einspritzstelle, aber häufig auch an Beinen und Armen, extreme Wunden, die zunächst wie chemische Verbrennungen aussehen. Die Wunden brennen, nässen und können anfangen zu faulen, was im schlimmsten Fall zur Amputation führt, berichtet die New York Times.
Hinzu kommt, dass Drogenabhängige nach dem Konsum von "Tranq" häufig über Stunden in einen bewusstlosen Zustand fallen. Doch sobald der Rausch vorbei ist, kommt das Verlangen nach dem Stoff sofort wieder hoch.
Kein Gegenmittel zur Behandlung
Anders als mit Fentanyl gibt es mit Xylazin bisher noch keinen medizinischen Umgang. Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das 50-mal stärker wirkt als Heroin und ist für die Behandlung starker Schmerzen, in der Regel bei fortgeschrittenem Krebs, zugelassen. Im Falle einer Überdosis von Fentanyl wird der Opioid-Antagonist Naloxon eingesetzt. Das funktioniert bei Xylazin-Überdosen jedoch nicht. Auch der Entzug soll noch schwerer fallen als der von Opioiden.
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