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Neues Video: Youtuber Rezo kritisiert Springer-Verlag

"Die Zerstörung der Presse" sorgt im Netz für Furore - 01.06.2020 09:57 Uhr

"Die Zerstörung der Presse" heißt Rezos neues einstündiges Video, das am Montagmorgen (Stand: 9.15 Uhr), keine 24 Stunden nach Veröffentlichung, bereits gut 490.000 Aufrufe auf Youtube hatte. Ähnlich wie im Mai 2019 beweist der heute 27-Jährige damit erneut ein gutes Händchen für das richtige Timing. Damals warf er nicht nur, aber vor allem der Union kurz vor der Europawahl eine schlechte Klima-, Sozial- und Außenpolitik vor und bereitete unter anderem der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer großes Kopfzerbrechen.

Und diesmal, kurz nachdem die Bild-Zeitung wegen einer Auseinandersetzung mit dem Virologen Dr. Christian Drosten für Schlagzeilen sorgte, knöpft sich Rezo vornehmlich den Axel-Springer-Verlag vor, der neben dem Boulevardblatt auch die Welt herausgibt. Im Kern kritisiert Rezo, dass unter anderem diese beiden Springer-Titel durch verschiedene Methoden das Vertrauen einer breiten Bevölkerung in die Medienlandschaft untergraben würden - und somit einen Nährboden für populäre Verschwörungstheorien böten.

Hier sehen Sie das Video:

Irreführende oder reißerische Überschriften, fehlender Opferschutz oder schlicht falsche Informationen - die Liste der Vorwürfe in Rezos Video ist lang und fein säuberlich mit Beispielen belegt. In einem Google-Doc zeigt er auf, wie viel Prozent der Artikel über ihn selbst falsche Behauptungen enthalten. Noch vor Bild (52,63 Prozent) und Welt (54,05) steht in diesem Ranking die FAZ (66,67). Spiegel (13,79) und Tagesschau (11,11) landen auf den hinteren Plätzen.

Wichtig ist dem Youtuber, klar zu differenzieren: Laut Videotitel nimmt sich Rezo zwar "die Presse" vor, gleichwohl warnt er aber mehrmals vor einer Verallgemeinerung. Er trennt klar "seriöse" Medien von "unseriösen", und dass alle Medien Fehler machten, liege in der Natur der Sache. Er lobt ausdrücklich die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen.

Bild-Chefredakteur Julian Reichelt hat noch am Sonntagabend via Twitter reagiert. "Du machst Dein Geld und Deinen Ruhm auf einer Plattform, Youtube, die mit verantwortlich ist für die Verbreitung übelster Verschwörungstheorien", schreibt Reichelt und lädt Rezo zu einem Gespräch ein. Konkret auf die einzelnen Kritikpunkte aus dem Video antwortete der Bild-Chef nicht.

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