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Notre-Dame in Flammen: Paris steht unter Schock

Rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz - weinende Touristen - 15.04.2019 22:38 Uhr

Der Schock sitzt tief: Notre-Dame, das Herz der Metropole Paris, in Flammen. © Michael Euler


Notre-Dame in Flammen. Eines der bedeutendsten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt, stolze 96 Meter hoch, mehr als 850 Jahre alt und damit von unschätzbarem Wert – lichterloh brennend. Groß war das Entsetzen, als sich am Montagabend im Internet die schockierenden Bilder und Videos von dem Feuer verbreiteten. Eine riesige Rauchsäule und rußige Wolken schwebten über dem Bauwerk und räucherten das ganze Viertel auf der Pariser Stadtinsel Île de la Cité ein, das bei Touristen beliebt ist und nicht nur symbolisch das Herz der französischen Metropole darstellt: Exakt vom Platz vor der Kathedrale aus, die vom zwölften bis zum 14. Jahrhundert errichtet wurde, wird der Abstand zwischen Paris und anderen Städten gemessen.

Die Spitzturm war nach weniger als einer Stunde gänzlich vom Feuer aufgefressen und stürzte in die Tiefe. Bald griffen die Flammen auch auf den Haupt-Glockenturm hinter den beiden Zwillingstürmen und das Dach über dem Hauptschiff über.

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Feuer in Notre-Dame: Das Pariser Wahrzeichen in Flammen

Diese Bilder schockieren die Welt: Die Kathedrale Notre-Dame in Paris steht stundenlang in Flammen. Der Dachstuhl des Gotteshauses und ein Turm stürzen in die Tiefe. Doch am Morgen ist klar: Die rund 400 Feuerwehrleute konnten das Wahrzeichen der Stadt retten.


Das genaue Ausmaß der Schäden dürfte erst in den kommenden Tagen und Wochen bekannt werden. Sie drohen dramatisch zu sein. "Vom Balkenwerk, das auf der einen Seite aus dem 19. Jahrhundert und auf der anderen aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben", sagte der Sprecher der Kathedrale, André Finot. Gegen 18.30 Uhr habe man einen Alarm gehört, die Feuerwehrleute waren innerhalb von kurzer Zeit zur Stelle. Er könne nicht sicher ausschließen, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes, der wohl vom Dachstuhl ausging, niemand im Gebäude befand. Zunächst wurde nichts über mögliche Verletzte bekannt.


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Auch die Ursache erschien unklar; noch am Abend leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. In den französischen Medien war zumeist von einem Zusammenhang mit den aufwendigen Renovierungsarbeiten die Rede, die derzeit am Dachstuhl des historischen Gebäudes durchgeführt werden und deren Kosten sich auf insgesamt rund 120 Millionen Euro belaufen sollten. Der zuständige Chefarchitekt, Philippe Villeneuve, konnte in einer ersten Reaktion keinerlei Erklärung für mögliche Gründe abgeben. "Es ist eine Katastrophe, über die ich weine. So ein Desaster ist unvorstellbar", sagte er der Zeitung Le Parisien. Zum Zeitpunkt des Brandes sei kein Arbeiter auf der Baustelle gewesen.

 

Bürgermeisterin Anne Hidalgo beklagte den "schrecklichen Brand", den die Feuerwehr in den Griff zu bringen versuche. Sie bitte alle, den vorgegebenen Sicherheitsabstand einzuhalten, mahnte sie. Ein Teil der Stadtinsel, auf der sich auch ein Notfallkrankenhaus befindet, wurde evakuiert, der Bereich um das Gebäude abgesperrt. Schockiert, manchmal auch weinend standen Touristen und Stadtbewohner hinter den Absperrungen und starrten ungläubig auf das Feuer-Spektakel, welches das einzigartige Bauwerk mit jeder Minute mehr zerstörte. Rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die allerdings erkennbare Probleme dabei hatten, den wütenden Flammen Herr zu werden.

Macron verschiebt Rede

Präsident Emmanuel Macron, der über Twitter erklärte, er sei "traurig, diesen Teil von uns brennen zu sehen", eilte ebenso wie Premierminister Édouard Philippe und Erzbischof Michel Aupetit noch am Abend an den Ort des Geschehens. Eigentlich hätte am Montagabend eine Rede Macrons im französischen Fernsehen halten sollen, in der er Maßnahmen ankündigte, um die aktuelle soziale Krise zu überwinden. Ihre Ausstrahlung wurde verschoben. 

Mit jährlich rund 13 Millionen Gästen gehört die Kathedrale, die Victor Hugo in seinem Werk "Der Glöckner von Notre-Dame" gewürdigt hat, zu den weltweit am meisten besichtigen Monumenten. In der Kirche, die im gotischen Stil gebaut und der Jungfrau Maria geweiht ist, finden pro Jahr rund 2000 Messen statt. Gerade bei den Ostergottesdiensten sind stets alle 10.000 Plätze besetzt. Dieses Jahr werden die Feiertage in Frankreichs Hauptstadt überschattet sein. 

Birgit Holzer

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