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Perseiden: Im August wartet ein Sternschnuppen-Schauer

Vom 10. bis zum 12. August sind die Chancen am größten - 05.08.2019 10:01 Uhr

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Der Höhepunkt der Perseidenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. © Oliver Berg, dpa


So mancher findet im Urlaub die Gelegenheit, im Hochgebirge, in einsamen Wüstenregionen oder auf hoher See einen prächtigen Sternenhimmel zu beobachten. Während in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen selbst bei klarem Nachthimmel meist nicht mehr als ein bis zwei Dutzend Sterne zu sehen sind, ist der von irdischen Lichtern, Staub und Dunst ungestörte Nachthimmel von schier zahllosen funkelnder Lichtpünktchen übersät. Etwa dreitausend Sterne kann man dann am nachtschwarzen Firmament erkennen.

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Rund zwei Wochen nach der totalen Mondfinsternis regneten in der Nacht zum 13. August hunderte Sternschnuppen vom Himmel und sorgten für ein atemberaubendes Naturspektakel.


Die allermeisten Sonnen im Weltall sind so weit entfernt und deshalb so lichtschwach, dass man sie mit bloßen Augen gar nicht sehen kann. Im mit großen Teleskopen überschaubaren Universum gibt es rund hundert Milliarden Milchstraßensysteme, so genannte Galaxien. Und die großen Galaxien beherbergen je mehrere hundert Milliarden Sonnen. Daraus ergibt sich die enorme Gesamtzahl von vierzig Trilliarden Sternen, eine gigantische Zahl, die sich mit einer Vier gefolgt von 22 Nullen schreibt.

August: Der Monat, der Sternschnuppen

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Von Monatsbeginn an erscheinen die Meteore der Perseiden. Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Ihren Ursprung haben die Perseiden in dem Kometen 109 P/Swift-Tuttle. Mit 60 Kilometer pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseiden recht schnelle Meteore.Der Höhepunkt der Perseidenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Pro Stunde flammen bis zu hundert Meteore auf, darunter auch sehr helle Objekte, Boliden oder Feuerkugeln genannt.

Dämpfer für Himmelsgucker: Das Maximum steht tagsüber an und nachts erhellt der zunehmende, fast volle Mond den Himmel. Selbst bei klarstem Himmel seien dadurch nur die intensivsten Sternschnuppen erkennbar, sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel.

Ein Trost: Bereits jetzt, ohne hellen Mond, lassen sich die Perseiden blicken. Noch sind es eher wenige Sternschnuppen, doch es werden stetig mehr, wie Liefke sagt. Zum Höhepunkt könnten mehrere Dutzend pro Stunde beobachtet werden. Ihr Tipp: Einen dunklen Beobachtungsposten wählen, diesen frühmorgens vor der Dämmerung beziehen - und einen Liegestuhl mitbringen. Darin lasse sich der Himmel gut beobachten. In welche Richtung man schaue, sei eigentlich egal: "Die Sternschnuppen ziehen quer über den ganzen Himmel."

Jupiter und Saturn dominieren im August

Den Abendhimmel beherrschen im August die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, nämlich Jupiter und Saturn. Mit seinem Glanz übertrifft der Riesenplanet Jupiter alle anderen Sterne und Planeten. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn als hellen, weißen Lichtpunkt im Südwesten. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Ende August geht er bereits eine Viertelstunde vor Mitternacht unter. Der bleiche, gelbliche aber deutlich erkennbare Saturn steht am Abend am Südhimmel. Sein berühmtes Ringsystem ist allerdings nur in einem Teleskop ab etwa 30-facher Vergrößerung zu erkennen. Vom Morgenhimmel verabschiedet sich der Ringplanet allmählich. Am 31. erfolgt der Saturnuntergang bereits kurz vor zwei Uhr morgens.

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So viele Wünsche: Hunderte Sternschnuppen am fränkischen Himmel

Das Aufbleiben hat sich gelohnt: Im August 2015 waren am Nachthimmel Hunderte Sternschnuppen zu sehen. Besonders gute Sicht hatte man von einem hohen Standpunkt aus ohne viel Lichtverschmutzung, wie beispielsweise auf der Friesener Warte im Landkreis Bamberg.


Mitte August gibt es eine Chance, den flinken und schwierig zu beobachtenden Merkur am Morgenhimmel zu erspähen. Vom 10. bis 20. kann man den Benjamin der Planeten in der beginnenden Morgendämmerung etwa eine halbe Stunde lang tief am Osthimmel ausmachen. Ein gutes Fernglas hilft, Merkur zu finden.

Venus überholt zur Monatsmitte die Sonne. Von der Erde aus betrachtet befindet sie sich dabei hinter der Sonne. Der Astronom nennt diese Konstellation "obere Konjunktion". In dieser Position erreicht Venus mit 259 Millionen Kilometern ihre größte Entfernung von uns. Da sich unser innerer Nachbarplanet bei der Sonne am Taghimmel aufhält, bleibt er nachts unbeobachtbar. Erst ab Ende Oktober zeigt sich Venus als Abendstern.

Mars und Mond im August

Auch Mars befindet sich am Taghimmel und kann nachts nicht gesehen werden. Ende Oktober taucht der rote Planet am Morgenhimmel wieder auf. Am 26. August passiert Mars den sonnenfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn. Ihn trennen an diesem Tag 249 Millionen Kilometer von der Sonne.

Am Abend des 15. zeigt sich der Mond im Sternbild Steinbock voll beleuchtet. Die exakte Vollmondstellung tritt bereits um 14:29 Uhr am frühen Nachmittag des 15. ein. Neumond haben wir am 30. August um 12:37 Uhr. Am gleichen Tag passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt: Nachmittags ist er nur 357.180 Kilometer von der Erde entfernt. 

dpa

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