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Risikobegegnung bei Corona-App? Das müssen Sie jetzt wissen

Was die verschiedenen Risikostufen bedeuten und was Sie unternehmen sollten - 11.11.2020 12:36 Uhr

Die Corona-Warn-App springt auf rot und zeigt ein erhöhtes Risiko an. Das Robert-Koch-Institut gibt in der App mehrere Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Risikostufen.

23.09.2020 © Christoph Dernbach, dpa


Wie werden die Risiko-Begegnungen berechnet?

Kommen sich zwei App-Nutzer näher, tauschen ihre Smartphones via Bluetooth verschlüsselte Codes aus, die für 14 Tage gespeichert werden. Trägt ein Nutzer sein positives Testergebnis in die App ein, werden seine Kontakte der vergangenen zwei Wochen durch die Rückverfolgung der Codes über ein mögliches Risiko informiert.

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Für eine Risikoermittlung ist vor allem relevant, wie lange der Kontakt war und wie nahe sich die Personen gekommen sind. Die App beachtet nur Begegnungen, die länger als zehn Minuten dauerten oder die Handys nicht weiter als acht Meter voneinander entfernt waren. Die Begegnungsdauer wird mithilfe der ausgetauschten Zufallscodes ermittelt. Die Entfernung wird anhand der Stärke oder Schwäche des Bluetooth Signals berechnet. Befinden sich Hindernisse, etwa Wände, andere Personen oder auch Kleidung zwischen den Smartphones, wird das Bluetooth-Signal abgeschwächt. Dadurch können Begegnungen, zwischen denen etwa eine starke Mauer war, herausgefiltert werden. Allerdings werden dadurch auch die Entfernungen und somit Risiko-Kontakte verfälscht, etwa wenn das Smartphone lediglich gut verstaut im Rucksack lag.

Was bedeutet "Unbekanntes Risiko"?

Die App unterscheidet zwischen unbekanntem, niedrigem oder erhöhtem Risiko. "Unbekanntes Risiko" wird grau angezeigt, wenn die App erst installiert wurde, die Risiko-Ermittlung nicht lange genug aktiviert war oder Bluetooth – bei Android Geräten auch GPS – zu lange ausgeschaltet ist. In diesem Fall sollten Sie also überprüfen, ob Sie Bluetooth und GPS aktiviert haben. Spätestens 24 Stunden nach erneuter Aktivierung aktualisiert sich die App und schaltet auf eine konkrete Risikostufe.

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Was bedeutet "Niedriges Risiko"?

Ihre App steht auf Grün und zeigt ein "Niedriges Risiko" an. Zudem wird aufgelistet, ob Sie Begegnungen mit Corona-positiv getesteten App-Nutzern hatten beziehungsweisen mit wie vielen. Der Risiko-Kontakt war in diesen Fällen aber kurz oder zu weit entfernt, sodass eine Ansteckung unwahrscheinlich ist. "Sie müssen sich keine Sorgen machen und es besteht kein besonderer Handlungsbedarf", wird dem Nutzer angezeigt.

Was bedeutet "Erhöhtes Risiko"?

Springt die App auf Rot und zeigt ein "Erhöhtes Risiko" an, bedeutet das nicht zwangsläufig eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Die App informiert nur, dass Sie innerhalb der letzten 14 Tage Begegnungen mit einer oder mehreren positiv getesteten Personen hatten.

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Was sollten Sie tun, wenn die App rot anschlägt?

Die App empfiehlt Ihnen sich nach Hause zu begeben, die Kontakte zu reduzieren sowie auf Symptome zu achten (Husten, Fieber, Halsweh, Geruchs- und Geschmacksverlust). Als nächstes sollten Sie bei Ihrer Hausarztpraxis, dem Gesundheitsamt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) anrufen. Dort werden mit Ihnen Maßnahmen besprochen, beispielsweise ob Sie sich in Quarantäne begeben oder einen Corona-Test machen müssen. Allerdings sind derzeit viele Corona-Hotlines überlastet. Ein Anruf beim Gesundheitsamt nimmt daher einiges an Zeit in Anspruch.

Wie tragen Sie ein Testergebnis in die App ein?

In der App sollten Sie lediglich positive Corona-Tests aus den vergangenen zwei Wochen eintragen. Hierzu scannen Sie entweder den QR-Code ein, den Sie während des Test erhalten haben. Wenn Ihre Arztpraxis oder das Testlabor diesen elektronischen Prozess nicht unterstützt, müssen Sie über die Corona-App-Hotline (0800/754 00 02) eine TAN anfordern und manuell in die App eingeben. Zu beiden Möglichkeiten gelangen Sie über das Feld "Informieren und Helfen" in der App.

Übermittlung der Testergebnisse durch die Corona-Warn-App.

Wenn Sie bei Ihrem Corona-Test den QR-Code einscannen, können Sie auch über die App Ihr Testergebnis bekommen. Es gibt jedoch einige Berichte über verzögerte Benachrichtigungen auf diesem Weg. Das Robert-Koch-Institut antwortete auf Nachfrage, dass in solchen Fällen entweder das Testlabor noch nicht an die notwendige technische Infrastruktur angebunden sei oder die getesteten Personen auf dem Vordruck mit dem QR-Code vergessen hätten, ihre Erlaubnis zur Datenübermittlung über die App zu erteilen. Für App-Nutzer ist also wichtig, ein Häkchen bei der Erlaubnis zur Datenübermittlung zu setzen.

Ist die App hilfreich und sollte ich sie nutzen?

Die App ist eine Möglichkeit, Infektionsketten zurückzuverfolgen und somit hilfreich im Kampf gegen das Coronavirus. Auch wenn seit dem Startschuss immer wieder kleinere Pannen und Fehler aufgetreten sind, wird die Warn-App kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert, heißt es aus dem RKI. In den kommenden Wochen und Monaten werde es daher immer weitere Updates geben.

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