US-Studie veröffentlicht

So wirkt sich die Impfung wirklich auf den weiblichen Zyklus aus

Nina Eichenmüller arbeitet als Volontärin im Verlag Nürnberger Presse.
Nina Eichenmüller

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12.1.2022, 09:13 Uhr
Etwa um einen Tag verschiebt sich der weibliche Zyklus durch die Corona-Impfung.

© Annette Riedl/dpa Etwa um einen Tag verschiebt sich der weibliche Zyklus durch die Corona-Impfung.

Viele Frauen waren zu Beginn der Impfkampagne verunsichert. In sozialen Medien verbreiteten sich Gerüchte, die Impfung würde unfruchtbar machen und den Zyklus massiv beeinträchtigen. Wissenschaftlerinnen aus den USA haben jetzt eine Studie im Fachjournal "Obstetrics & Gynecology" veröffentlicht, in der sie den Zyklus von Frauen nach einer Corona-Impfung analysiert haben. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Impfung nur eine minimale Veränderung bei der Periode bewirkt.

Minimale Veränderung des Zyklus

Für die Studie untersuchten die Forscherinnen anonymisierte Daten einer Zyklus-App. In einer solchen App können Frauen eintragen, wann sie ihre Periode haben, um einen Überblick über ihre fruchtbaren Tage und die Regelmäßigkeit ihrer Menstruation zu haben. Dabei wurden die Einträge von Frauen zwischen 18 und 45 Jahren ausgewertet, die nicht hormonell verhüten. Bei den 2.403 geimpften Frauen konnte eine minimale Veränderung des Zyklus von einem Tag beobachtet werden. Die meisten Probandinnen waren mit BioNTtech/Pfizer und Moderna geimpft, bei der Kontrollgruppe aus 1.556 ungeimpften Frauen konnte innerhalb des Messzeitraums keine Verschiebung des Zyklus gemessen werden.

Die Wissenschaftlerinnen schauten sich für ihre Studie bei den geimpften Frauen die drei Zyklen vor der Impfung und drei nach der Impfung an, um eine Veränderung ausmachen zu können. Bei den Ungeimpften analysierten sie sechs Zyklen in einer ähnlichen Zeitspanne. Dabei erhoben sie auch die Zeitpunkte der Impfungen. Bei Frauen, die sowohl die Erst-Impfung als auch die Zweit-Impfung in einem Zyklus bekommen haben, verlängerte sich die Periode um zwei Tage.

Aktiviertes Immunsystem nimmt Einfluss auf die Menstruation

Abweichungen bei der Menstruation können durch Umwelteinflüsse oder Stress auftreten - doch diese Gründe schließen die Forscherinnen bei ihrer Studie aus. Vielmehr reagiert durch die Impfung das Immunsystem auf die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse. Sie reguliert den Zyklus der Frau und bereitet den Körper auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Durch beispielsweise Entzündungen im Körper oder Stresshormone kann dieses Zusammenspiel beeinflusst werden. Da bei einer Impfung der Körper den sogenannten Entzündungsbotenstoff Zytokine bildet, kann das die geringe Abweichung bei der Menstruation nach der Impfung erklären.

Stärkere Auswirkungen durch Corona-Erkrankung möglich

Die Wissenschaftlerinnen weisen am Ende ihrer Studie darauf hin, dass Veränderungen des Zyklus bis zu acht Tagen normal sind. Sie machen zudem darauf aufmerksam, dass ein schwerer Verlauf einer Corona-Erkrankung "katastrophale Auswirkungen" auf die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse haben kann, in manchen Fällen auch dauerhaft. Die Impfung gegen das Virus hingegen hat keinen signifikanten hohen Einfluss auf den weiblichen Zyklus.

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