Mehr als 1,2 Millionen Probanden

Studie aus den USA: Diese Faktoren steigern das Risiko für einen schweren Impfdurchbruch

14.1.2022, 13:54 Uhr
Auch bei Geimpften berichten Experten immer wieder von schweren Covid-Verläufen. Eine große US-Studie benennt nun acht Risikofaktoren.

Auch bei Geimpften berichten Experten immer wieder von schweren Covid-Verläufen. Eine große US-Studie benennt nun acht Risikofaktoren. © Robert Michael, dpa

Die Impfung gegen das Coronavirus schützt vor schweren Verläufen - da sind sich Experten einig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt auf seiner Homepage, die Wahrscheinlichkeit, schwer an der Delta-Variante von Covid-19 zu erkranken, sei bei vollständig geimpften Personen um etwa 90 Prozent geringer als bei nicht geimpften Personen.

Eine aktuelle Untersuchung des RKI und der Intensivmedizinervereinigung Divi zeigt, dass fast zwei Drittel der neu aufgenommenen Corona-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft sind. Im Zeitraum vom 14. Dezember 2021 bis zum 12. Januar 2022 hatten 28 Prozent der Personen, die mit Covid-Infektion auf der Intensivstation landeten, eine vollständige Grundimmunisierung oder sogar eine Auffrischungsimpfung erhalten. In diesen Fällen sprechen Experten von schwerwiegenden Impfdurchbrüchen. Doch wie kann es dazu kommen und wie häufig tritt das auf?

Die US-Behörde National Institutes of Health (NIH) hat nun die Daten von 1,2 Millionen Erwachsenen ausgewertet, die zwischen Dezember 2020 und Oktober 2021 eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben und dabei acht Faktoren identifiziert, die einen schwerwiegenden Impfdurchbruch begünstigen. Mindestens einer dieser Faktoren lag bei jedem schwer Erkrankten vor, bei Personen, die einen tödlichen Verlauf hatten, waren es größtenteils mindestens vier dieser Faktoren, wie die Ärzte-Zeitung berichtet.

Die Faktoren nach Häufigkeit des Auftretens sortiert waren:

- ein Alter über 65 Jahre
- eine unterdrückte Immunabwehr, entweder durch Medikamente oder durch eine Erkrankung
- eine chronische Erkrankung der Lungen
- eine chronische Erkrankung der Leber
- eine chronische Erkrankung der Nieren
- neurologische Erkrankungen
- Diabetes
- Herzerkrankungen

Keinen Einfluss auf das Risiko hatte hingegen das Geschlecht der Personen. Eine wichtige Erkenntnis ist dabei, wie selten es zu schweren Impfdurchbrüchen kam. Von den 1,2 Millionen Geimpften erkrankten 2246 (entspricht 0,2 Prozent), 189 davon (entspricht 0,02 Prozent) schwer. Lediglich 36 geimpfte Patientinnen und Patienten (0,003 Prozent) starben.

Die Autoren der Studie empfehlen Patientinnen und Patienten mit mindestens einem dieser acht Risikofaktoren eine Auffrischungsimpfung. Außerdem sollen Betroffene weiterhin vermeiden, mit dem Virus in Kontakt zu kommen.