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Studie im Bistum Würzburg: Häufig körperliche Gewalt in Internat

Für sexuellen Missbrauch gab es keine Anhaltspunkte - 19.11.2019 14:14 Uhr

Das teilte das Bistum am Dienstag in Würzburg mit. "Dieses Vorgehen war falsch und tut uns als Kirche sehr leid." Im Abschlussbericht der vom Bistum beauftragten Würzburger Anwaltskanzlei Cornea Franz zu den Kilianeums-Internaten heißt es: "Keinem der drei Aktenbestände der Kilianeen ließen sich Anhaltspunkte für sexuellen Missbrauch oder sexualisierte Gewalt entnehmen."

Generalvikar Thomas Keßler räumte allerdings ein, dass zwei Fälle von Missbrauch in den Akten nicht erfasst worden sind. Beide seien schon vor Jahren an die Strafverfolgungsbehörden übergeben und dort eingestellt worden.

Erzieherische Maßnahme

Die Anwendung körperlicher Gewalt gehörte dagegen den Erkenntnissen zufolge in den Internaten zur Regel - von der Ohrfeige bis zu "Knecht-Ruprecht"-Bestrafungen am Nikolaustag. Eine Strafverfolgung ist wegen Verjährung der Studie zufolge nicht mehr möglich.

Mit Blick auf Direktoren und Präfekten in den Internaten sagte Rechtsanwalt Christian Stadler: "Etliche von ihnen waren in ihrer Zeit der Auffassung, eine körperliche Züchtigung sei als erzieherische Maßnahme in bestimmten Fällen angebracht."

Untersucht wurden die Kilianeen (Internate) in Würzburg in den Jahren 1872 bis 1998, in Miltenberg von 1927 bis 1983 und in Bad Königshofen von 1964 bis 1995. Bereits im Jahr 2016 waren im Rahmen einer Studie der Deutschen Bischofskonferenz auch Missbrauchshinweise aus dem Bistum Würzburg untersucht worden. Bei der jetzigen Untersuchungen wurde zudem nach Hinweisen auf körperliche Gewalt gesucht.

dpa

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