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"Tag des Versuchtieres": Tierschutzbund fordert Ausstieg

Nach Angaben des Verbandes sterben pro Jahr fast drei Millionen Tiere - 24.04.2019 09:28 Uhr

Ob zur Krebsforschung oder in Sachen Kosmetik: Jährlich sterben in Deutschland Millionen Tiere an den Folgen von Versuchen. © Uwe Anspach, dpa


Der Deutsche Tierschutzbund dringt auf ein Ende von Tierversuchen. "Tierversuchsfreie Alternativmethoden müssen viel stärker gefördert werden und zur Anwendung kommen", erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, am Dienstag in Bonn anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April. Pro Jahr sterben nach Angaben des Verbandes fast drei Millionen Tiere in Deutschland bei Versuchen.

Die große Koalition forderte Schröder auf, mehr Alternativen zu Tierversuchen zu schaffen. Im Koalitionsvertrag hätten die Parteien vereinbart, Tierversuche langfristig komplett zu ersetzen. Auch in der Region werden Tierversuche immer wieder zum Thema und rufen Tierschützer auf den Plan: Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) will am Nürnberger Nordklinikum mit Mäusen und Ratten im Bereich der Diabetesforschung aktiv werden. Erst vor Kurzem stand auch die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen in der Kritik: Tierschützer warfen den Ärzten vor, dort Experimente an Beagle-Hunden und Schweinen durchgeführt zu haben. Diese Vorwürfe basierten allerdings offenbar auf einer Verwechslung mit einer ungarischen Klinik.

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Bürger selbst könnten in vielen Bereichen keinen Einfluss nehmen. Bei Medikamenten und Produkten wie Reinigungsmitteln oder Wandfarben gebe es für Verbraucher kaum eine Alternative beim Einkauf, weil gesetzliche Regelungen nach wie vor zur Marktzulassung eine Prüfung der Inhaltsstoffe oder der Produkte im Tierversuch vorschreiben. "Es bleibt daher für den Verbraucher nur die Möglichkeit, derartige Produkte sparsam zu verwenden oder ganz auf sie zu verzichten", riet Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund.

Protest in weißen Kitteln: Demo gegen Tierversuche am Nordklinikum.

Bei kosmetischen Produkten sei das anders: Verbraucher, die tierfreundlich einkaufen wollten, könnten sich etwa an der Kosmetik-Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes orientieren. Wer Tiere schützen wolle, solle zudem die Finger von Botox-Behandlungen lassen, erklärte Wagner. Viele Hersteller testeten ihr Botox an Mäusen, die langsam durch die Lähmung ihrer Atemmuskulatur erstickten.

Auch bei der Studienwahl sollten Studierende das Tierwohl im Blick haben, erklärte der Verband. In Studiengängen wie der Human- und Tiermedizin oder Biologie seien häufig Präparationen an Tieren, Übungen an Organpräparaten oder Versuche an lebenden Tieren vorgeschrieben. Manche Universitäten erlaubten, sich von solchen Kursen oder Versuchen befreien zu lassen. Andere setzten bereits in der Ausbildung auf alternative Methoden. Vor Studienstart sollten sich die Studierenden über die Regelungen an dem Standort informieren, betonte Wagner.

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epd/als

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