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Tier-Patenschaften: Erdmännchen am beliebtesten

Auch in Nürnberg nimmt diese Art der Spende zu - 18.06.2019 08:14 Uhr

In bayerischen Zoos kann nahezu für jedes Tier eine Patenschaft übernommen worden. © Marie Reichenbach, dpa


Elefant und Schimpanse, Tausendfüßer und Roter Panda: Zahlreiche Arten leben in den Zoos im Freistaat - und viele von ihnen haben einen oder sogar mehrere Paten. Das sind Leute, die einen Jahresbeitrag für ihr Paten-Tier zahlen, mit dem die Tiergärten dann Futter oder die Pflege der Gehege finanzieren können. Eine Art ist bei Bayerns Tierliebhabern nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ganz besonders beliebt: das Erdmännchen.

1780 Individuen aus 177 Arten leben etwa im Straubinger Tiergarten - neben den Erdmännchen liegen auch Brillenpinguine und Zwergziegen weit oben im Paten-Tier-Ranking. Sind Erdmännchen hoch im Kurs, weil sie so niedlich sind? Welches Phänomen genau dahintersteckt, kann sich Michaela Gauderer vom Straubinger Tiergarten nicht erklären. "Ich persönlich würde eher eine Patenschaft für einen Emu übernehmen." Sogar zwei Waller und ein Karpfen haben Paten.

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Ähnlich sieht die Situation im Tiergarten Nürnberg aus. Erst kommen die Erdmännchen mit 138 Paten, dann lange nichts - irgendwann die Flamingos mit 79 und die Ziesel mit 70 Patenschaften.

Im Zoo Augsburg war es nicht immer so, dass ein Tier mehrere Paten haben konnte. Dies wurde - auch im Sinne der Erdmännchen-Freunde - später geändert. In Augsburg fällt die Wahl nach Angaben einer Zoo-Sprecherin bei rund 1250 Zoobewohnern oft auf die Erdmännchen. Eine Ausnahme ist der Tierpark Hellabrunn. Bei den mehr als 750 Tierarten werden Katta, Raubkatze und Roter Panda bevorzugt.

Auch im Nürnberger Tiergarten beliebt

Tierpatenschaften gibt es schon seit einigen Jahren. In Nürnberg haben Paten seit 1992 insgesamt rund 1,8 Millionen Euro auf das Konto des Vereins der Tiergartenfreunde überwiesen. Der verwaltet die Spenden der Paten für den Tiergarten. Das Geld wird für Baumaßnahmen, Geräte oder Projekte für Tiere in freier Wildbahn mitverwendet.

Im Straubinger Tiergarten können Tierfreunde seit 2006 Pate werden. "Die Patenschaften sind unheimlich wichtig", sagt Gauderer. "Damit können Gehege, Spielzeuge und Reparaturen finanziert werden." Das bestätigt auch Johanna Schaefer in Hellabrunn, wo die Einnahmen unter anderem der Pflege und Versorgung der Tiere und somit auch dem Artenschutz zugute kommen.

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Paten zahlen den Tierparks einen Jahresbeitrag. Automatisch verlängert werden die Patenschaften nicht. In Straubing würden diese auch immer wieder gerne verschenkt, erzählt Gauderer. 55 Euro kosten Patenschaften für Braut- oder Mandarinente, für Schimpanse, Löwe und Tiger müssen 1000 Euro berappt werden. In Augsburg werden mit 50 Euro Kaninchen oder Zwergwachteln unterstützt, für den Elefanten werden 4000 Euro fällig. Pate von Shetland-Pony oder Fledermaus kann man mit 99 Euro pro Jahr im Tierpark Hellabrunn werden. Bei Vielfraß oder Trampeltier liegen die Kosten bei 500 beziehungsweise 800 Euro.

Wer sich schon immer einmal Pate von Tausendfüßern nennen wollte, kann das für 50 Euro im Nürnberger Tiergarten tun. Patenschaften für Eisbär und Großen Tümmler gibt es für 7500 Euro. Auch Teil-Tierpatenschaften mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro sind möglich. "So kann auch das Lieblingstier, das vielleicht in einer höheren Preiskategorie angesiedelt ist, unterstützt werden", erklärt Nicola Mögel vom Tiergarten. Kinder zwischen 5 und 13 Jahren können mit 30 Euro eine Patenschaft übernehmen - unter anderem für Madagaskar-Fauchschabe oder Degu.


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Pate kann jeder werden. Interessierte können häufig im Internet ein Antragsformular ausfüllen. Auch Firmen haben schon passend zu ihrem Logo eine Patenschaft übernommen. Im Augsburger Zoo gab es auch schon eine Patenschaft für ein ganzes Gehege: die Mäusevilla.

In den Tierparks steigen die Zahlen der Patenschaften den Angaben nach jedes Jahr. Das mag auch daran liegen, dass die Paten mit ihren Spenden nicht nur den Tieren helfen, sondern auch selbst davon profitieren. Sie erhalten eine Urkunde, werden namentlich auf Zootafeln erwähnt und dürfen bei Patentagen an Sonderführungen oder an Tierpflegersprechstunden teilnehmen. 

dpa

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