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Über 100.000 Nacktbilder geteilt: Deepfakes ziehen Frauen aus

Ein Telegram-Bot manipuliert Fotos - Administrator nennt es "Unterhaltung" - 23.10.2020 18:36 Uhr

Ein Bot im Messenger-Dienst Telegram ermöglicht die Manipulation von normalen Fotoaufnahmen zu Nacktbildern.

05.10.2020 © Julian Stratenschulte, dpa


Über 104.000 Nacktbilder wurden überwiegend in Ost-Europa geteilt – Nacktbilder, die eigentlich keine sind. Ein spezieller Bot, also ein in ein Chat-Fenster als Zusatzfunktion integriertes, von Entwicklern erstelltes Programm, zieht Frauen sozusagen aus.

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Nutzer schicken Fotoaufnahmen von Privatpersonen aus deren Privatbesitz oder Social-Media-Account im Messenger-Dienst Telegram an das entsprechende Programm und erhalten dies kurz darauf automatisch manipuliert zurück. Die Kosten belaufen sich für User der Premium-Version, die die Bilder verglichen mit der Gratis-Variante schneller und ohne Wasserzeichen ausgibt, auf rund 30 Cent pro Bild. Der Anbieter offeriert Mengenrabatt.


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Hinter dem Programm steckt die Technologie der Generative Adverserial Networks, also selbstlernende neuronale Netze, die dafür entwickelt wurden, bekleidete Frauen zu erkennen, deren Anatomie und Konstitution zu analysieren, sie auszuziehen und einen nackten Körper zu erzeugen.

Die Qualität der Ergebnisse unterliegt laut dem amerikanischen Technikportals The Verge starken Schwankungen: Während manche Bilder leicht als manipuliert erkannt werden können, erscheinen andere nahezu täuschend echt.

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Und freilich birgt dies einige Gefahren: Experten befürchten Erpressungen der Opfer zur Veröffentlichung derer Nacktbilder sowie öffentliche Bloßstellungen.

Ein Administrator der Telegram-Gruppen des Bots indes erkennt keine Gefährdung, wie er auf Anfrage des BBC erklärte: "Mir ist das alles recht egal. Das ist Unterhaltung, die keine Gewalt mit sich bringt. Niemand wird jemanden damit erpressen, da die Qualität sehr unrealistisch ist."


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Experten sehen das bekanntlich anders, die Gefährdung durch Deepfakes wird jedoch nicht nur in diesem Kontext debattiert. Aus diesen nur schwer zu entlarvenden Falschinformation - beispielsweise auch in Form von manipulierten Audio- und Videoaufnahmen - können auch enorme Gefahren für Demokratien auf der ganzen Welt hervorgehen.

sde

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