Auch Meerestiere sind betroffen

Video zeigt dramatische Folgen der Kanada-Rekordhitze: Muscheln kochen im Meer zu Tode

11.7.2021, 15:18 Uhr
Miesmuscheln halten fest an Felsen.

© McPHOTO / Bäsemann via www.imago-images.de Miesmuscheln halten fest an Felsen.

Erst Anfang des Monats hatte eine Hitzewelle den Nordwesten der USA und das westliche Kanada mit Temperaturen bis knapp 50 Grad erfasst. Die Hitze hatte nach Behördenangaben zu zahlreichen Todesfällen beigetragen. In der kanadischen Gemeinde Lytton rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver waren 49,6 Grad gemessen worden - zuvor hatte der Rekord in Kanada bei 45 Grad gelegen. Wenige Tage danach war die Ortschaft in einem Flammeninferno fast vollständig zerstört worden.

Darunter leiden nicht nur Menschen, sondern auch viele Tiere, wie Miesmuscheln. Laut eines Bild-Berichts seien eine Milliarde Tiere in der Salish Sea vor Vancouver durch das heiße Wasser ums Leben gekommen, so habe der Meeresbiologe von der University of British Columbia geschätzt.

Extreme Wetterbedingungen

Wie es zu diesen abnormalen Temperaturen kommen konnte, erzählten internationale Klimaforscher in einer Videokonferenz. "Es ist ein großes Desaster und eine große Herausforderung", habe Geert Jan van Oldenborgh, Klimaanalyst am Königlichen Niederländischen Meteorologischen Institut, nach Angaben der Bild gesagt. Außerdem sei die Wahrscheinlichkeit solch heftiger Hitzewellen 150 Mal geringer gewesen, als die Welt zwei Grad kühler war, erklärte eine weitere Klimaanalystin.

Experten sind sich einig, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel große Auswirkungen hat. Allerdings müssen noch viele Aspekte untersucht werden, wie zum Beispiel der Jetstream (Starkwindband in etwa zehn Kilometer Höhe). Experten beobachten, dass es vermutlich aufgrund des Klimawandels an Kraft verliert. Deshalb bleiben Hitze, Regen oder Kälte lange Zeit an einem Ort.

Folgen des Klimawandels

Einigkeit zwischen den Experten besteht aber auch darüber, dass solche Extremwetterlagen zunehmen und damit auch Produktivitäts- und Arbeitseinbußen einhergehen werden. Die Sterblichkeit wird höher sein, die Landwirtschaft wird sich verändern und die Lebensmittelpreise werden steigen. Dieser Meinung sei laut der Bild auch der Professor Maarten van Aalst, Direktor des Klima-Zentrums des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds. „Wir brauchen einen Notfallplan", regte er an.

Jeder sei vom Klimawandel irgendwie getroffen, erklärte der Professor. Besonders Hitzschläge seien für die Menschen gefährlich: Wenn wir eine bestimmte Temperatur- und Feuchtigkeitsgrenze überschreiten, hört unser Körper einfach auf zu funktionieren. Betroffen sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Gibt es eine Lösung?

Der Professor Maarten van Aalst hat eine klare Meinung dazu: "Wir müssen das Risiko dafür stoppen, in dem wir unsere Emissionen stoppen", berichtete die Bild. Eins ist sicher: Wenn Menschen nichts tun, wird es in den nächsten Jahrzehnten nur schlimmer werden.

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