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Vier Häftlinge brechen aus Berliner Gefängnis aus

Stück Betonmauer herausgebrochen - Fahndung blieb erfolglos - 28.12.2017 16:41 Uhr

Vier Gefangene der JVA Plötzensee konnten durch ein Loch in der Gefängnismauer entkommen.

28.12.2017 © Paul Zinken/dpa


Aus dem Loch ragten nach Außen gebogene Stahlträger. Davor liegen herausgebrochenes Baumaterial und ein Kleidungsstück - sie zeugen von einem filmreifen Ausbruch aus der Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee, der vier Häftlingen am Donnerstag gelungen ist. Die Polizei fahndete nach den Männern - bis zum späten Mittag erfolglos. Einzelheiten zu der Suche oder den Straftätern wollten die Ermittler zunächst nicht nennen. Zuerst hatte die Tageszeitung "B.Z." über den Ausbruch berichtet. Die Männer haben für ihre Flucht ein Stück Betonmauer zwischen zwei Lüftungsspalten aus der Mauer gebrochen, wie Michael Reis von der Senatsverwaltung für Justiz sagte.

Durch das Loch gelangten sie auf das Außengelände und überwanden dort noch einen Stacheldrahtzaun. Die Häftlinge arbeiteten in einer Werkstatt in der JVA und hatten dort am Morgen ihren Dienst angetreten. Offensichtlich entfernten sie sich von ihrem Arbeitsplatz und brachen dann das Loch in die Mauer. Der Stacheldrahtzaun auf dem Außengelände schien intakt. Ob die vier Ausbrecher noch Komplizen hatten, welche Werkzeuge oder Hilfsmittel sie benutzten und wie sich die Männer ihren Aufsichtspersonen unbemerkt entziehen konnten, blieb zunächst unklar.

Gefängnisstandort hat düstere Vergangenheit

Die CDU gab dem Senat die Schuld für den Ausbruch. Der Vorfall sei ein "Super-GAU" für Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), urteilte die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. "In früheren Zeiten haben Justizsenatoren bei solchen Ereignissen ihr Amt zur Verfügung gestellt", schrieb die Fraktion. Behrendt wollte am Nachmittag bei einer Pressekonferenz über Ausbruch und Fahndung berichten. In dem Gefängnis in Berlin-Charlottenburg sind derzeit nach Justizangaben 362 Personen inhaftiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Haftanstalt in die Schlagzeilen gerät. Erst im September hatte ein Gefangener dort eine Matratze in Brand gesteckt und damit einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der Gefängnisstandort hat eine düstere Vergangenheit:

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Die NS-Justiz richtete im Strafgefängnis Plötzensee am Rande des Geländes der heutigen JVA rund 3000 Menschen hin, darunter Beteiligte des gescheiterten Mordanschlags auf Adolf Hitler im Juli 1944. Heute erinnert eine Gedenkstelle an diese Nazi-Morde.

dpa

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