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Volksdroge Alkohol? Zahl der Rauschtrinker deutlich gestiegen

Männeranteil der Erkrankten etwa doppelt so hoch - 23.04.2019 15:34 Uhr

Egal, ob Mann oder Frau: Mindestens zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein, sagen Experten. © dpa


Damit liegt der Freistaat zwar unter dem bundesweiten Plus von 37 Prozent, der Anstieg von 31 Prozent gegenüber 2007 ist aber dennoch enorm. Beim Geschlechtervergleich zeigt sich, dass der Anteil der Männer mit Alkoholerkrankungen in Bayern etwa doppelt so hoch ist wie der von Frauen. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Sachsen mit einem Anstieg von 63 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 58 Prozent und Brandenburg mit 56 Prozent.

Die geringsten Anstiege hatten das Saarland (19 Prozent), Hamburg (26 Prozent) und Hessen (29 Prozent) zu verzeichnen.

So viel Bier trinkt der Nürnberger im Durchschnitt

"Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum gilt als Mitverursacher für zahlreiche Krankheiten, unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Leberzirrhose und Krebs", warnt Hans-Jürgen Händel vom KKH-Servicezentrum in Nürnberg. Das Robert-Koch-Institut spricht von Rauschtrinken, wenn Betroffene mindestens einmal im Monat sechs oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit, beispielsweise einer Party, konsumieren. "Es ist aber nichts dagegen einzuwenden, wenn gesunde Menschen hin und wieder ein Glas Rotwein zum Essen oder ein kleines Bier zum Fußballgucken trinken", sagt Hans-Jürgen Händel.

Zwei alkoholfreie Tage pro Woche

Doch wo liegt die Grenze zum riskanten, schädlichen oder gar abhängigen Konsum? Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bewegen sich gesunde Frauen bereits bei mehr als 0,3 Liter Bier und gesunde Männer bei mehr als 0,6 Liter Bier pro Tag in einem gesundheitlich riskanten Bereich. "Egal, ob Mann oder Frau: Mindestens zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein", sagt Händel.

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Die KKH hält es für unerlässlich, bereits im Jugendalter über das Thema Alkohol aufzuklären: Ein wichtiger Baustein ist das Projekt "Tom & Lisa" in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Suchtprävention Villa Schöpflin. Mit dem interaktiven Planspiel werden Schülern der 8. bis 10. Klasse spielerisch die Gefahren exzessiven Rauschtrinkens aufgezeigt. Sie lernen, wie sie verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen und in Gefahrensituationen reagieren sollen. Die Schüler sind dann zwischen 13 und 16 Jahre alt. "Wichtig ist es, Jugendliche möglichst früh zu informieren, am besten schon, bevor sie überhaupt anfangen, Alkohol zu trinken", sagt Hans-Jürgen Händel.

evo

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