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Wegen Corona: Tropenwald-Zerstörung im März mehr als verdoppelt

Das geht aus einer Analyse der Umweltstiftung WWF hervor - 21.05.2020 13:32 Uhr

Brasilien, Jaci Parana: Die Luftaufnahme zeigt Holzbretter, die aus dem abgeholzten Amazonas Regenwald stammen. Die Zerstörung im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt im Schatten der Covid-19-Pandemie dramatisch zu. © Eraldo Peres, dpa


"Alles weist darauf hin, dass wir es bei der explodierenden Waldzerstörung mit einem Corona-Effekt zu tun haben", sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. Die Fläche der Tropenwälder in den 18 untersuchten Ländern schrumpfte im "Corona-Monat" März demnach um 6500 Quadratkilometer, was etwa sieben Mal der Fläche Berlins entspricht.


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Dies bedeutet laut WWF-Analyse einen Anstieg der Waldzerstörung um durchschnittlich 150 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Am meisten betroffen waren im März demnach Indonesien mit mehr als 1300 Quadratkilometern, der Kongo mit 1000 Quadratkilometern und Brasilien mit 950 Quadratkilometern. Das nichtstaatliche brasilianische Amazonas-Forschungsinstitut Imazon hat in Amazonien für April ebenfalls eine abgeholzte Fläche von 529 Quadratkilometern registriert - ein Anstieg von 171 Prozent im Vergleich zum April des vergangenen Jahres, wie Imazon der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

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Dem Imazon mit Sitz in Belém zufolge könnten viele der Abholzungen des größten Regenwaldes der Welt von Eindringlingen vorgenommen worden sein, die noch keine Landtitel besitzen. Der Wissenschaftler Carlos Souza, der die Veränderung des Amazonas-Waldes untersucht, sagte: "Zuerst nehmen sie die öffentlichen Flächen ein und danach versuchen sie, diese Gebiete legal zu bekommen." Während die Corona-Krise Umweltbeamte in ihrer Arbeit in Brasilien und in anderen Ländern einschränkt, machen illegale Holzfäller und Plünderer anderer Ressourcen einfach weiter. Vielerorts nutzen die Menschen den Wald nach WWF-Angaben auch aufgrund wegbrechender Jobs als Einnahmequelle.


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Finanzielle und technische Unterstützung könnten dazu beitragen, die Zerstörung einzudämmen. Wie bei den verheerenden Bränden in Amazonien im vergangenen Jahr, als führende europäische Politiker damit drohten, das Abkommen zwischen der EU und dem gemeinsamen Markt Südamerikas Mercosur platzen zu lassen, sind jedoch die internationalen Handelsbeziehungen einer der entscheidenden Hebel. Rund ein Sechstel aller in der Europäischen Union gehandelten Lebensmittel tragen nach WWF-Angaben zur Entwaldung in den Tropen bei. Christoph Heinrich: "Der Schutz der Wälder ist eine gemeinsame Aufgabe, der sich niemand entziehen kann."

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© Oliver Berg, dpa

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© Armin Weigel, dpa-mag

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© Oliver Berg, NZ

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© Jan Woitas, dpa

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© Christin Klose, dpa-tmn

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© Peter Rees, NN

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© Armin Weigel, dpa

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© Julian Stratenschulte, dpa

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© Ralf Rödel, NN

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© Thomas Scherer Honorarpflichtig, NN

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© e-arc-tmp_20190920-130300-001.jpg, NN

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© Oliver Berg, dpa

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dpa

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