15°

Dienstag, 04.08.2020

|

zum Thema

Zahl der Asylbewerber deutlich unter Vor-Coronaniveau

Auch wenn es erstmals wieder einen Anstieg gab, liegen die Zahlen von 2019 in weiter Ferne - 14.07.2020 15:54 Uhr

Eine Gruppe von 52 Migranten, die aus der Hochsee gerettet wurden, durfte in Malta von Bord gehen. Über das zentrale Mittelmeer kamen in der ersten Jahreshälfte 86 Prozent mehr Migranten, in der Regel nach Italien oder Malta. Frontex begründet diesen Anstieg vor allem mit hohen Zahlen zu Beginn des Jahres und im Gegenzug sehr geringen Werten im Vorjahr.

© Jonathan Borg/XinHua/dpa


In den 27 EU-Staaten, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz seien 10.190 Anträge gestellt worden, teilte die EU-Asylagentur Easo mit. Im Vergleich zum Februar dieses Jahrs sei das ein Rückgang um 83 Prozent - aber ein Zuwachs um rund 1400 Anträge im Vergleich zum Vormonat. Es sei das erste Mal, dass die Zahl der Anträge in diesem Jahr zugenommen habe. Viele Schutzsuchende (28 Prozent) kamen aus Syrien und Afghanistan. Die Gesamtzahl an Anträgen in 2020 (180.627) liege 33 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums.

Stapel an Erstanträgen schrumpft

Die EU-Staaten hätten die vergangenen Monate dazu genutzt, unbearbeitete Asylanträge zu bearbeiten. Zum dritten Mal in Folge sei der Stapel an Erstanträgen geschrumpft, teilte Easo mit. Ende Mai lagen noch 462.829 Anträge auf den Schreibtischen der Sachbearbeiter - ein Rückgang um 32.300 im Vergleich zum Februar.

Bilderstrecke zum Thema

Teuer, kriminell und faul? - Vorurteile und Fakten über Flüchtlinge

Überall kursieren wirre Angaben: Nüchtern betrachtet sind die Stammtischparolen über Flüchtlinge rasch entkräftet, wie unsere Bildergalerie mit zehn Fakten zu Asyl-Vorurteilen zeigt.


Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex fiel auch die Zahl illegaler Grenzübertritte in die EU in der Coronakrise deutlich. Im ersten halben Jahr habe der Wert bei 36.400 gelegen, was fast 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum seien. Vor allem über das westliche und das östliche Mittelmeer seien weniger Menschen gekommen.

Mehr Migranten übers zentrale Mittelmeer

Die Zahl jener Menschen, die über die Balkanroute in die EU einreisten, ist hingegen um 73 Prozent gestiegen. Frontex zufolge hätten sich vor allem Menschen auf den Weg gemacht, die ursprünglich in Griechenland gelandet waren und nun wegen gelockerter Corona-Einschränkungen weiterreisen konnten. Über das zentrale Mittelmeer kamen in der ersten Jahreshälfte sogar 86 Prozent mehr Migranten, in der Regel nach Italien oder Malta. Frontex begründet diesen Wert vor allem mit hohen Zahlen zu Beginn des Jahres und sehr geringen Werten im Vorjahr. Damals war Matteo Salvini italienischer Innenminister, der einen migrationsfeindlichen Kurs fuhr.


Verpassen Sie keine Nachricht mehr! In unserem neuen täglichen Newsletter "Mittags um 12 - Zeit für die Region" erfahren Sie alles Wichtige über unsere Region. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 12 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

Es ist Sommer, die Ferien rufen! Lesen Sie 4 Wochen für nur 19 Euro mit unserem Ferienangebot. Inspirationen und Ausflugstipps ab jetzt jeden Dienstag und Freitag in der Sommerserie. Jetzt über diesen Link bestellen!

dpa

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Panorama