Höherer CO2-Preis

Anton Hofreiter: Reiche produzieren zu viel CO2

10.5.2021, 17:27 Uhr

Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende April mit einem Urteil die Erarbeitung neuer Klimaziele forciert und dies unter anderem mit dem Schutz der Freiheitsrechte künftiger Generationen begründet. Das Gericht erklärte die Ziele des Klimaschutzgesetzes für nicht ausreichend. Am Mittwoch soll das Gesetz der Bundesregierung vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Von den Grünen erntet das Gesetz viel Zuspruch, aber auch Kritik.


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Im Interview mit RTL sagte der Fraktionschef der Grünen im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter: "CO2 hat seinen Preis". Der Politiker machte die Pläne seiner Partei deutlich: Der Anstieg des CO2-Preises bis 2023 auf 60 Euro pro Tonne.

Auf die Kritik, dass vor allem Geringverdiener von solch einer Abgabe getroffen werden, entgegnete der Grünen-Politiker: "Wir wollen den Menschen das Geld, das wir einnehmen, zurückgeben" Konkret soll dies bedeuten, "dass die Geringverdiener im Schnitt davon profitieren, weil nämlich die Menschen mit viel Geld, auch viel mehr CO2 produzieren und deshalb viel mehr in diesen Topf einzahlen", argumentierte Hofreiter gegenüber RTL.

Auch Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock betonte am Freitag im Bundestag die Dringlichkeit und die Pflicht zum Handeln: "Wer einen Wald verspricht, der muss auch Bäume pflanzen." Derzeit läuft innerhalb der Koalition die Ressortabstimmung über Änderungen am Klimaschutzgesetz. Die Bundesregierung strebt an, ehrgeizigere Emissionsziele für Sektoren wie Verkehr oder Industrie festzulegen. Noch nicht enthalten sind die konkreten Instrumente zur Umsetzung der neuen Klimaziele.

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