Bayerisches Bündnis fordert: WLAN für alle Flüchtlingsunterkünfte, jetzt!

11.3.2021, 11:01 Uhr
Über 100 bayerische Organisationen fordern, dass alle Flüchtlingsunterkünfte endlich mit einem stabilen WLAN ausgerüstet werden.

Über 100 bayerische Organisationen fordern, dass alle Flüchtlingsunterkünfte endlich mit einem stabilen WLAN ausgerüstet werden. © Jan Woitas, dpa

Mehr als 100 bayerische Organisationen und Initiativen haben funktionsfähiges WLAN in allen Flüchtlingsunterkünften im Freistaat gefordert. "In sehr vielen Unterkünften gibt es gar kein WLAN, in vielen anderen ein unzulängliches", teilten unter anderem der Bayerische Flüchtlingsrat, die Diakonie München und Oberbayern, das Bellevue di Monaco und der Campus di Monaco mit.

Kompletter gesellschaftlicher Ausschluss

Bewohner hätten keinen Zugang zu Bildung, Homeschooling und Beratungsangeboten. "Während dieser Pandemie keinen Internetzugang zu haben, bedeutet den kompletten gesellschaftlichen Ausschluss", sagte Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat.

Vielfach seien die Bewohnerinnen und Bewohner von Flüchtlingsheimen derzeit auf teure Mobilfunkverträge angewiesen, erklärte auch Andrea Betz, Leiterin der Abteilung Flucht und Migration bei der Diakonie München. Schulpflichtige Kinder hätten somit keine Möglichkeit mit den Lehrkräften digital zu kommunizieren oder ihre Hausaufgaben zu machen.

"Es darf keinen Unterschied geben"

Betz: "Es darf keinen Unterschied beim Thema Bildung geben, wo ein Kind aufwächst. Leider gibt es diesen Unterschied aber." Sie begrüße, dass das bayerische Innenministerium derzeit ein Vergabeverfahren für einen externen Dienstleister vorbereitet, der den Akteuren vor Ort bei der Digitalisierung zur Seite stehen soll. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Er muss schnell getan werden."


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Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dankte den Organisationen für ihr Engagement. Er bekräftigte, dass auch aus seiner Sicht der WLAN-Ausbau in Flüchtlingsunterkünften zügig vorangehen solle. "Es geht nicht, dass Schüler ausgegrenzt sind", so Herrmann.