Mittwoch, 14.04.2021

|

zum Thema

Bei Bidens Rede: Rechte Milizen planen neuen Angriff auf das Kapitol

Sicherheitsmaßnahmen sollen verstärkt werden - 26.02.2021 13:19 Uhr

Trump-Unterstützer stürmten im Januar das Kapitol. 

06.01.2021 © OLIVIER DOULIERY, AFP


Die Milizionäre wollten das Kapitol "in die Luft jagen und so viele (Kongress-) Mitglieder wie möglich töten", sagte die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, am Donnerstag bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus. Dies solle während der ersten Rede des neuen Präsidenten Joe Biden zur Lage der Nation geschehen. Ein Datum für Bidens Rede steht noch nicht fest.

Bei der Anhörung ging es um mögliche Sicherheitsmängel im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar. Pittman riet mit Blick auf die möglichen Pläne der rechten Milizen, die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Kapitol aufrechtzuerhalten, bis diese "Schwachstellen" angegangen seien.

Bilderstrecke zum Thema

Chaos in Washington: Trump-Anhänger stürmen Kapitol

In der US-Hauptstadt Washington herrscht Chaos: Tausende Anhänger von US-Präsident Trump haben sich am Mittwoch rund um das Kapitol versammelt - etliche von ihnen sind ins Gebäude eingedrungen. Vier Menschen kamen bei oder im Umfeld der Unruhen ums Leben. In Washington wurde darauf eine Ausgangssperre verhängt.


Bei der Erstürmung des Sitzes des US-Kongresses am 6. Januar hatten sich nach Schätzungen Pittmans etwa 800 Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump aus Wut über die Wahlniederlage Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Weit mehr als 10.000 Menschen seien auf dem Gelände des Kapitols gewesen, wo Trump zuvor eine Rede gehalten hatte, sagte sie. In dem Kapitol waren an jenem Tag die Kongressabgeordneten zusammengekommen. Die Sicherheitskräfte des Parlaments konnten den Angriff nicht stoppen. Mindestens fünf Menschen kamen bei dem Vorfall ums Leben, darunter ein Polizist.

Bilderstrecke zum Thema

Aufstände in Washington: Politiker aus aller Welt sind entsetzt

Trump-Anhänger marschierten in das Kapitol in Washington, um gegen das Wahlergebnis zu protestieren. Politiker aus aller Welt werten die Krawalle als Angriff auf die Demokratie und drücken ihr Unverständnis, ihre Sorge und ihre Erschütterung in den Sozialen Netzwerken aus.


Gegen zahlreiche Personen wird mittlerweile ermittelt - auch gegen 35 Polizeibeamte, wie Pittman erklärte. Sechs Polizisten seien zudem vom Dienst suspendiert worden.

Trump will erstmals wieder öffentlich auftreten

Währenddessen hat der ehemalige US-Präsident seinen ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus geplant. Seit Samstag steht Trump auf der Rednerliste der jährlichen Konferenz CPAC - einer Veranstaltung konservativer Aktivisten. Er wolle dort am 28. Februar unter anderem über die Zukunft der Republikanischen Partei sprechen, berichteten unter anderem der Nachrichtensender CNN und die "New York Times".


US-Senat spricht Ex-Präsident Trump im Amtsenthebungsverfahren frei


Die Veranstaltung findet dieses Jahr in Orlando in Florida statt. Seit dem Ende seiner Präsidentschaft lebt Trump in dem Bundesstaat. Bei der Konferenz trifft er auf viele Verbündete: Als Redner angekündigt sind unter anderem der ehemalige Außenminister Mike Pompeo, der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, und die frühere Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders.

Bilderstrecke zum Thema

Donald Trump: Ein US-Präsident wie keiner vor ihm

Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


Seit der Abwahl Trumps entzweit die Republikanische Partei ein Richtungsstreit, den Trump aktiv befeuert. Zuletzt griff der 74-Jährige den Top-Republikaner im US-Senat, seinen einstigen Verbündeten Mitch McConnell, offen an.

dpa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik