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Boom in der Solarindustrie: Diesmal bitte nachhaltig

Für das Comeback braucht es Glück und Geschick - 10.07.2020 17:55 Uhr

Erlebt die deutsche Solarindustrie eine zweite Blütephase? Möglich ist es jedenfalls.

© Patrick Pleul, NN


Träumen ist erlaubt, natürlich. Und zweifellos fehlt es in Deutschland nicht an Know-how und Expertise in Sachen PV-Anlagen. Schließlich arbeiteten in der Blütephase um das Jahr 2010 herum mehr als 133.000 Menschen in der heimischen Solarindustrie. Vor allem im Osten.

Der Niedergang danach allerdings sollte alle Beteiligten demütig stimmen: Ein Selbstläufer wird das ersehnte Comeback der Branche nicht. Klar, mit der deutschen Energiewende oder dem "Green Deal" der Europäischen Union ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass auch der Markt für Solarenergie wächst. Nichts geändert aber hat sich am alten Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz etwa aus China beim Faktor Lohnkosten.

Solarwunder 2.0?

Soll ein denkbarer zweiter Boom nicht genauso schnell verpuffen wie der erste, sobald die Hersteller in den Entwicklungsländern technologisch nachgezogen haben – und das werden sie –, heißt es, dieses Mal gezielter vorzugehen. Wachstum ist nicht alles, die Nachhaltigkeit ist entscheidend.

Eine Möglichkeit wäre, massiv auf Automatisierung zu setzen, um den Lohnkosten-Nachteil zumindest zu reduzieren. Roboter sind in der Niedrigzinsphase relativ billig zu finanzieren. Ein weiteres Plus wäre die höhere Lieferfähigkeit aufgrund der kürzeren und damit weniger krisenanfälligen Produktionsketten. Viele Arbeitsplätze freilich entstünden bei dieser Strategie nicht.

Alternativ möglich wäre von Beginn an der Fokus auf komplexe Nischen- und Spezialanwendungen. Ein Weg, mit dem etwa die deutsche Werftenindustrie bis heute gegen die billigeren Rivalen auf dem Massenmarkt besteht. Es wird Geschick und auch etwas Glück brauchen. Aber dann kann es tatsächlich etwas werden. Mit dem deutschen Solarwunder 2.0.

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