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Corona-Regeln in Bayern: Das gilt aktuell im Freistaat

Neue Lockerungen stehen an - 10.05.2021 08:14 Uhr

Geschäfte in Bayern sind von der Bundes-Notbremse betroffen. Sie sieht schon ab einer Inzidenz von 150 vor, dass nur noch "Click & Collect" angeboten werden darf.

22.04.2021 © IMAGO/MiS


Seit 10. Mai sorgt eine neue Version der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für viele Lockerungen in der Außengastronomie, für Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos - Erleichterungen gibt es aber nur, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt. Außerdem dürfen nun Grundschüler, wenn die Inzidenz unter 165 liegt, Präsenzunterricht erhalten.

Hier lesen Sie, was aktuell (Stand 10. Mai) in Bayern gilt.

Diese Regeln gelten aktuell in Bayern

Verschärfungen und Lockerungen: In vielen Kreisen und Städten greift die Bundesnotbremse: wenn in den drei Tagen zuvor die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 lag. Weitere Verschärfungen gibt es, wenn die Schwellwerte 150 und 165 jeweils drei Tage lang überschritten werden. Gelockert wird, wenn der Wert an fünf Tagen in Folge die jeweilige Schwelle wieder unterschreitet. Jeweils zwei Tage später treten die Änderungen in Kraft.

Die Notbremse legt bundesweit verbindliche Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen fest. Die Maßnahmen sind bis 30. Juni befristet. Sind die Regelungen in Bayern allerdings strenger als im Infektionsschutzgesetz festgelegt, so behalten die Regeln der bayerischen Staatregierung ihre Gültigkeit.

Kontaktbeschränkungen: Wo die Bundes-Notbremse gilt, sind nur Treffen eines Hausstands mit einer weiteren Person erlaubt. Liegt der Wert über 35 und unter 100, sind es zwei Haushalte und fünf Personen, unter 35 drei Haushalte und 10 Personen. Kinder unter 14 Jahren, vollständig Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.

Seit Mittwoch, 28. April, dürfen Kindern unter 14 Jahren auch bei Inzidenzen über 100 im Freien in Gruppen von bis zu fünf Kindern Sport machen - das allerdings nur kontaktlos. Auch Erwachsene dürfen dabei anleiten, wenn sie ein höchstens 24 Stunden altes negatives Testergebnis nachweisen können.

Ausgangsbeschränkungen: Die Bundes-Notbremse enthält eine Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr. Diese Regelung gilt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt. Ausnahmen sind unter anderem die "Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum" wie etwa gesundheitliche Notfälle bei Mensch und Tier oder dringende medizinische Behandlungen. Weitere Ausnahmen finden Sie hier. Bayern ist hier strenger als die Bundesnotbremse: Bewegung an der frischen Luft alleine und vor Mitternacht soll erst ab dem 7. Juni erlaubt sein.

Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene: Für sie gelten die nächtlichen Ausgangssperren nicht mehr. Sie dürfen sich also, wann immer sie wollen, im öffentlichen Raum aufhalten. Außerdem zählen sie bei den Kontaktbeschränkungen nicht dazu, ähnlich wie Kinder unter 14. Zudem entfällt für sie die Testpflicht, außer beim Besuch in Alten- und Pflegeheimen. Auch in Quarantäne müssen sie nicht, außer bei Einreisen aus Virusvarianzgebieten.


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Einzelhandel: Wie bisher darf der Handel bei Inzidenzen unter 50 öffnen. Zwischen 50 und 100 haben Einzelhändler die Möglichkeit, für "Click & Meet", also für das Einkaufen nach Terminvereinbarung, zu öffnen. Zwischen 100 und 150 braucht es zusätzlich einen negativen Test, der maximal 24 Stunden alt sein darf. Ab 150 ist nur noch die Abholung bestellter Waren möglich.

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Unabhängig von der Inzidenz dürfen folgende Geschäfte öffnen: der Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, der Verkauf von Presseartikeln, Buchhandlungen, Blumenfachfachgeschäfte, Gartenmärkte, Tierbedarf und Futtermitteln sowie der Großhandel.

Schulen: Laut Bundes-Notbremse gilt: Liegt die Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei aufeinanderfolgende Tage über 165 untersagt die Bundes-Notbremse Präsenzunterricht. Im Freistaat bleibt 100 weiterhin der Grenzwert - außer für Grundschüler. Diese dürfen seit dem 10. Mai bei Werten bis 165 in die Schule.

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Unabhängig vom Inzidenzwert dürfen außerdem die Abschlussklassen einschließlich der Jahrgangsstufen 11 (Gymnasium und Fachoberschule) sowie die Jahrgangsstufe 4 der Grundschule in den Wechselunterricht bzw. Präsenzunterricht mit Mindestabstand. Unberührt bleiben anderweitige Anordnungen des jeweils zuständigen Gesundheitsamts aufgrund des Infektionsgeschehens im Landkreis bzw. in der kreisfreien Stadt.

Welcher Inzidenzwert gilt, entscheidet sich wie auch sonst bei der Bundes-Notbremse: Änderungen gibt es immer dann, wenn ein Schwellenwert drei Tage in Folge überschritten oder fünf Tage in Folge unterschritten wurde. Zwei Tage später treten dann die neuen Regeln in Kraft. Früher wurde jeweils am Freitag entschieden, was in der kommenden Wochen gelten solle.

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Sport: Kontaktfreier Individualsport, auch auf Außensportanlagen, bleibt bei Inzidenzen über 100 unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen erlaubt. Wie oben beschrieben, dürfen Kindern unter 14 Jahren im Freien in Gruppen von bis zu fünf Kindern Sport machen - das allerdings nur kontaktlos.

Liegt der Wert zwischen 100 und 100, darf kontaktfrei mit zwei Haushalten und fünf Personen Sport gemacht werden. Kinder unter 14 dürfen unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern kontaktfrei Sport treiben. Sind die Inzidenz unter 50, dürfen drei Haushalte mit bis zu zehn Personen kontaktfrei Sport machen.

Wenn die regionale Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt, kann die Verwaltung des Landkreises oder der Stadt eine weitere Lockerung beschließen: kontaktfreien Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport unter freiem Himmel. Eine Obergrenze für Teilnehmer nennt die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nicht, diese müssen aber alle einen maximal 24 Stunden alten POC-Antigentest oder Selbsttest oder ein maximal 48 Stunden alten PCR-Test vorweisen.

Körpernahe Dienstleistungen: Friseure und Fußpfleger dürfen ihre Betriebe weiterhin auch bei hohen Inzidenzen öffnen. Ab einer Inzidenz über 100 müssen Kunden einen negativen Corona-Test vorweisen, der maximal 24 Stunden alt sein darf. Kunden müssen immer eine FFP2-Maske tragen, Friseure und Fußpfleger bis zur Inzidenz von 100 mindestens eine medizinische Maske, ab 100 ebenfalls eine FFP2-Maske.

Inzidenzunabhängig erlaubt sind auch medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen. Dienstleistungen von approbierten Ärzten, Heilpraktikern oder solche, die ärztlich verordnet wurden, sind also weiter erlaubt.

Seit dem 10. Mai dürfen auch alle weiteren körpernahen Dienstleistungen durchgeführt werden, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Dabei gelten die gleichen Vorgaben wie beim Friseurbesuch.

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Gastronomie, Freizeitaktivitäten und mehr: Hier sind seit dem 10. Mai weitere Lockerungen möglich. Wenn die regionale Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt, kann die Verwaltung des Landkreises oder der Stadt beschließen, dass die Außengastronomie, Opernhäuser, Theater und Kinos wieder öffnen dürfen - dann mit Tests und Termin.

Konkret gilt dann für die Außengastronomie: Geöffnet werden darf bis 22 Uhr, alle Gäste benötigen einen höchstens 24 Stunden alten POC-Antigentest oder Selbsttest oder ein vor höchstens 48 Stunden alten PCR-Test. So alt dürfen auch Tests für den Besuch von Theatern, Opernhäusern und Kinos sein.

Liegt die Inzidenz höher, gilt weiterhin folgendes: Gastronomiebetriebe müssen geschlossen bleiben. Die Abholung von Speisen und Getränken zum Mitnehmen bleibt erlaubt, ebenso die Auslieferung. Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen, Musikclubs, Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten bleiben ebenso zu, auch entsprechende Veranstaltungen sind untersagt.

Unabhängig von der Inzidenz bleiben Einrichtungen wie Schwimmbäder, Saunen und Diskotheken geschlossen.

Seit 28. April sind Autokinos inzidenzunabhängig erlaubt, außerhalb des Wagens herrscht eine FFP2-Maskenpflicht. Außenbereiche zoologischer und botanischer Gärten dürfen künftig ebenfalls auch oberhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 unter Auflagen öffnen, etwa mit einem aktuellen negativen Corona-Tests.

FFP2-Maskenpflicht: Das Tragen einer FFP2-Maske ist im ÖPNV, in Gotteshäusern und in Geschäften weiterhin Pflicht.

nb

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