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Corona-Regeln: Was gilt derzeit in Bayern?

16.7.2021, 12:59 Uhr
Weiterhin ist der Mindestabstand wichtig.

Weiterhin ist der Mindestabstand wichtig. © Michael Matejka, NNZ

Aktuell gilt die 13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (13. BayIfSMV). Seit dem 15. Juli gibt es einige Lockerungen für große Sport- und Kulturveranstaltungen. Nun sind bis zu 20.000 Zuschauer möglich, allerdings gelten dann strengere Auflagen.

Corona-Regeln in Bayern: Wann gelten welche Regeln?

Bei den Inzidenzwerten ist allgemein die Schwelle 50 wichtig, dazu 35 für Großveranstaltungen und 25 für die Schüler. Auch wenn in Bayern künftig wieder ein Landkreis über 100 liegen sollte, gelten die Regelungen, die für den Inzidenzbereich zwischen 50 und 100 Anwendung finden. Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, also das Landratsamt oder die Stadtverwaltung, muss in diesem Fall aber zusätzliche Schutzmaßnahmen bekannt geben.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage über über einem Schwellwert liegt, stehen im Landkreis oder der kreisfreien Stadt strengere Regeln an. Gelockert wird, wenn der Wert an fünf Tagen in Folge die jeweilige Schwelle wieder unterschreitet. Jeweils zwei Tage später treten die Änderungen automatisch in Kraft.

Maskenpflicht in Bayern

Kinder brauchen bis zum sechsten Geburtstag keine Maske zu tragen. Wo eine FFP2-Maskenpflicht herrscht, dürfen Jugendliche vor dem 16. Geburtstag auch eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Maske) tragen. Eine Maskenpflicht gibt es weiterhin auf "Begegnungs- und Verkehrsflächen" wie im Fahrstuhl oder in Fluren öffentlicher Gebäude. Städte können Maskenzonen in der Innenstadt festlegen.

Fahrgäste von öffentlichen Verkehrsmitteln müssen im Fahrzeug und bereits beim Warten an der Haltestelle eine FFP2-Maske tragen. Sonderregeln gelten für Schulen.

Corona-Testpflicht und Ausnahmen

Wann immer ein Test verlangt wird, kann dies ein PCR- oder Schnelltest von einer offiziellen Teststation sein, der maximal 24 Stunden alt ist. Alternativ sind auch Selbsttest möglich, die vor Ort unter Aufsicht vorgenommen wurden. Bei Inzidenzen unter 50 braucht es an den meisten Stellen keinen Test mehr. Vollständig Geimpfte und Genesene, die dies nachweisen können, brauchen nur in Ausnahmefällen einen Test, wie der Einreise aus einem Virusvariantengebiet. Kinder unter sechs Jahren gelten automatisch als negativ getestet.


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Kontaktbeschränkungen in Bayern

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 sind private Treffen mit drei Hausständen und maximal zehn Personen erlaubt. Liegt der Wert unter 50, sind es zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten. Kinder unter 14 Jahren, vollständig Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.

Geburtstage, Hochzeiten, andere Feste

Erlaubt sind öffentliche und private Feiern aus einem besonderen Anlass und mit vorab geladenen Gästen, zum Beispiel Hochzeiten, Geburtstage, Taufen und Vereinssitzungen. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen außen 50 Personen feiern, innen 25. Außerdem brauchen alle Teilnehmer einen negativen Test. Liegt die Inzidenz unter 50, sind jeweils doppelt so viele Gäste möglich, die Testpflicht entfällt.

Das gilt für Gottesdienste

Nach wie vor gelten Mindestabstände. Liegt die Inzidenz unter 100, ist Gesang wieder erlaubt. FFP2-Masken müssen nur noch in geschlossenen Räumen getragen werden.

Einkaufen und Dienstleistungen

Alle Läden dürfen öffnen, eine Terminvereinbarung ist nicht mehr nötig. Zusätzlich können Märkte im Freien wieder sämtliche Waren verkaufen. Weiterhin gilt eine FFP2-Maskenpflicht im Geschäft und auf dem zugehörigen Parkplatz. Dienstleistungen mit körperlicher Nähe zum Kunden sind unabhängig von der Inzidenz erlaubt. Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht für den Kunden, außer die Art der Leistung lässt das nicht zu.

Regeln für die Gastronomie in Bayern

Auch Innenräume dürfen wieder öffnen, dort herrscht für Kunden eine FFP2-Maskenpflicht bis zum Tisch. Die Gastronomie darf von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts offen haben. Liegt die Inzidenz über 50 und sitzen Personen aus mehreren Haushalten an einem Tisch, brauchen alle einen Test. Kontaktdaten werden erhoben.

Besuch im Altenheim/vollstationäre Pflege

Besucher müssen einen negativen Test vorlegen und eine FFP2-Maske tragen. Wer vollständig geimpft oder genesen ist, braucht keinen Test und darf eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Maske) tragen. Im Krankenhaus gilt eine Masken-, aber keine Testpflicht, zudem muss das Hygienekonzept des Krankenhauses beachtet werden.

Regeln für den Sport in Bayern

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 ist mit negativen Test jeder Sport ohne Personenbegrenzung möglich. Ohne Test dürfen bis zu zehn Personen oder Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren Sport machen - kontaktfrei und unter freiem Himmel. Fällt die Inzidenz unter 50, braucht es keine Tests mehr. Sportstätten wie Boulderhallen, Fitnessstudios und Tanzstudios dürfen nach den Vorgaben des Rahmenkonzepts Sport öffnen. Solange kein Sport gemacht wird, gilt eine FFP2-Maskenpflicht.

Sportveranstaltungen unter freiem Himmel sind bis bis zu 1500 Zuschauern erlaubt. Davon dürfen maximal 200 ohne feste Plätze (als Stehplätze) mit Mindestabstand vergeben werden. In Gebäuden muss zudem auf den Mindestabstand geachtet werden, möglich sind maximal 1000 Personen. Liegt die Inzidenz über 50, brauchen die Zuschauer einen negativen Test.

Seit dem 15. Juli sind bei einer Inzidenz unter 35 deutlich mehr Zuschauer erlaubt, wenn es sich um eine "große Sportveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter" handelt. Dann dürfen maximal 35 Prozent der Sitzplätze gefüllt werden, höchstens werden 20.000 Zuschauer zugelassen. In dem Fall gibt es auch keine Stehplätze und die Zuschauer müssen einen negativen Test vorlegen. Die FFP2-Maskenpflicht gilt unter freiem Himmel bis zum Sitzplatz, in Gebäuden überall. Alkohol wird nicht verkauft.

Corona-Regeln für Kultur, Freizeit und Tourismus

Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen und Kinos dürfen öffnen. Einen Test braucht es bei Inzidenzen unter 50 nicht mehr. Die Kontaktdaten der Besucher werden erhoben. Das gilt auch für Museen und Ausstellungen, staatliche Schlösser, Gärten und Seen und zoologische und botanische Gärten. Bei Veranstaltungen draußen und mit festen Sitzplätzen sind 1500 Besucher erlaubt. Davon dürfen maximal 200 ohne feste Plätze (als Stehplätze) mit Mindestabstand vergeben werden. Drinnen sind maximal 1000 Personen möglich, je nach Raumkapazität (Mindestabstände müssen eingehalten werden).

Wie beim Sport sind seit dem 15. Juli bei einer Inzidenz unter 35 deutlich mehr Zuschauer erlaubt, wenn es sich um eine "große Sportveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter" handelt. Dann dürfen maximal 35 Prozent der Sitzplätze gefüllt werden, höchstens werden 20.000 Zuschauer zugelassen. In dem Fall gibt es auch keine Stehplätze und die Zuschauer müssen einen negativen Test vorlegen. Die FFP2-Maskenpflicht gilt unter freiem Himmel bis zum Sitzplatz, in Gebäuden überall. Alkohol wird nicht verkauft.

Freizeitparks, Indoorspielplätze, Thermen, Saunen, Solarien, Spielhallen, und Wettannahmestellen dürfen wieder öffnen. Pro zehn Quadratmetern ist ein Besucher zugelassen. Bei einer Inzidenz über 50 benötigen diese einen negativen Test. Clubs und Diskos bleiben weiterhin geschlossen. Nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH) dürfen Prostitutionsstätten im Freistaat wieder öffnen. Damit wird die Regelung der 13. BayIfSMV vorläufig außer Vollzug gesetzt. Bordelle, in denen mitunter eine Vielzahl von Personen gleichzeitig zusammentrifft, blieben jedoch geschlossen, hieß es.

Touristische Angebote wie Seilbahnen, Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr, Stadt- und Gästeführungen und sowie Reisebusverkehre sind schon länger wieder möglich. In Innenräumen herrscht eine FFP2-Maskenpflicht. Bei Flusskreuzfahrten brauchen Gäste am ersten Tag und für jeden Landgang einen negativen Test.

Alle Übernachtungsangebote dürfen öffnen. Bei der Ankunft braucht jeder Gast einen negativen Test - bei einer Inzidenz unter 50 reicht das, zwischen 50 und 100 ist alle 48 Stunden ein weiterer Test gefordert. Für die Gäste gilt außerhalb des Zimmers eine Maskenpflicht.

Schulen in Bayern

Präsenzunterricht ohne Mindestabstand darf bei einer Inzidenz unter 50 stattfinden. Liegt der Wert über 50, braucht es aktuell einen Mindestabstand, bei über 165 würde in den Distanzunterricht gewechselt. Weiterhin sind negative Tests nötig. Kitas haben bei einem Wert unter 50 normal geöffnet, bei höheren Inzidenzwerten gibt es eine Betreuung in festen Gruppen (eingeschränkter Regelbetrieb), ab 165 nur eine Notbetreuung.

Im Inneren gilt je nach Inzidenz eine Maskenpflicht, wobei Ausnahmen für den Sportunterricht und das Stoßlüften bestehen. Unter freiem Himmel entfällt in Schulen, Hochschulen und Kindertagesstätten die Maskenpflicht. Es bleibt auf ausreichenden Mindestabstand aller Beteiligten zu achten. Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 entfällt an den Grundschulen und der Grundschulstufe der Förderschulen die Maskenpflicht, wenn man am Platz sitzt. Seit dem 1. Juli entfällt die Maskenpflicht am Platz auch an allen anderen weiterführenden Schulen, wenn die Inzidenz unter 25 liegt.

Alkoholverbot

Städte können Verbotszonen festlegen.

Dieser Artikel wurde immer wieder regelmäßig aktualisiert. Alle in Bayern geltenden Regelungen finden Sie in der 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.