Dienstag, 10.12.2019

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CSU-Umweltpolitiker verrät: So ernst meint es der "grüne" Söder

Glaubwürdigkeit werde sich beim Flächenverbrauch entscheiden - 09.09.2019 05:52 Uhr

Markus Söder hat seine "grüne" Seite entdeckt. © Peter Kneffel/dpa


"Es freut mich, dass Markus Söder Klimaschutz und Artenerhalt nun als grundlegende Aufgaben bezeichnet, die über dem parteipolitischen Streit stehen müssen", sagt der langjährige ehemalige Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus Herrieden (Kreis Ansbach) im Interview mit der Nürnberger Zeitung. Alles, was Söder in diese Richtung sage und tue, unterstütze er, so Göppel weiter. Allerdings fordert er vom bayerischen Ministerpräsidenten noch mehr. "Seine Glaubwürdigkeit wird sich beim Flächenverbrauch entscheiden", meint Göppel.

Horch amol: Söder rettet jetzt das Klima

Die Ankündigung, das Überbauen frischen Landes in Bayern zu halbieren, reiche nicht. "Jede Gemeinde muss wissen, wo dann ihre individuelle Richtgröße liegt. Der offene, atmende Boden in Feldern und Wiesen ist ein wichtiger Klimaspeicher." Dauergrünland entziehe der Atmosphäre zum Beispiel pro Hektar jährlich vier Tonnen Kohlendioxid. Außerdem bilde sich dort unser Grundwasservorrat. Göppel: "Die aggressive Bebauung vieler Ortsränder mit raumfressenden Flachbauten und Logistikhallen widerspricht dem richtigen Ansatz Söders eklatant."

"Viele politische Korrekturen"

Zweifel am Klimawandel und dessen Folgen hegt Göppel nicht. Waldbesitzer und Landwirte würden mit eigenen Augen sehen, was durch die Veränderung der Naturkräfte mit ihrem Eigentum geschieht. "Der menschliche Anteil daran ist da nicht mehr entscheidend", so Göppel An vielen Stellen der Erde gehe es jetzt darum, das Land bewohnbar zu halten und riesige Bevölkerungsverschiebungen zu vermeiden.

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Schwarzer Ministerpräsident? So bunt mag es Markus Söder

Markus Söder, gebürtiger Nürnberger, ist Ministerpräsident von Bayern. Er inszeniert sich auch mal gerne selbst. Die politische Bühne betritt er schon früh, seit 1983 ist er CSU-Mitglied. Seitdem hat die Welt viele unterschiedliche Gesichter von ihm zu sehen bekommen - und jede Menge schillernde Auftritte.


Für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien hält Göppel noch "viele politische Korrekturen" für notwendig. "Von der bloßen Menge her können Wind, Sonne Wasserkraft und Biomasse die Stromversorgung wie geplant sichern. Entscheidend ist aber die Entwicklung der Speicher im Gleichklang zum Kohleausstieg. Technisch ist jetzt schon manches möglich, was sich wirtschaftlich nicht rechnet, weil Abgaben sowohl beim Einspeichern wie beim Ausspeichern fällig werden."

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