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Die Welle, die keine ist: Wir selbst sind für Infektionszahl verantwortlich

Mit der Metapher schieben wir die Verantwortung von uns - 09.08.2020 17:42 Uhr

Der Corona-"Welle" kann man entgegentreten - zum Beispiel, indem man die Abstandsregeln beachtet.

© Daniel Bockwoldt, dpa


Es steckt jeden an, der anderen zu nahe kommt. Vor allem beim Sprechen. Aus dem Mund dringt es über die Ohren direkt ins Gehirn und setzt sich dort fest. Fortan reden die Menschen von Lockdown und Social Distancing, von Hygienedemos und Zweiter Welle. Und alle machen es nach – ohne die Begriffe zu hinterfragen. Das Corona-Virus ist für alle neu und ebenso sind es viele Wörter, die damit einhergehen. In kurzer Zeit musste die Welt eine gemeinsame Sprache finden, für das, was da geschieht. In manchen Fällen ist das missglückt.

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Die Wellen-Metapher suggeriert, dass die Menschen am Ufer stehen und warten, bis das Wasser kommt. Doch es schwappt keine Infektionswelle über Deutschland.


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Eher stehen die Leute da und schöpfen Wasser ins Boot. Wer die Abstandsregeln ignoriert, trägt dazu bei, dass sich das Virus ausbreitet. Medizinisch gibt es keine Virus-Wellen-Definition.

Ob die Infektionszahlen zu- oder abnehmen, dafür sind allein wir selbst verantwortlich. Natürlich steigen sie auch durch vermehrtes Testen. Aber ohne würde ein Tsunami entstehen.


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