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Dutzendfacher Missbrauch: Logopäde steht in Würzburg vor Gericht

Das Urteil könnte Ende April fallen - 19.01.2020 17:00 Uhr

Im Fall des beschuldigten Logopäden aus Würzburg könnte der Prozess im März beginnen. © Daniel Karmann, dpa


Der Prozess gegen einen Logopäden wegen sexuellen Missbrauchs an kleinen Jungen beginnt laut einem Medienbericht im März am Landgericht Würzburg. Wie die Main Post am Sonntag berichtete, ist der erste Prozesstag für den 5. März angesetzt. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat Anklage gegen den 37-Jährigen erhoben.

Kindergärten in Würzburg für Missbrauch genutzt

Das Gesetz sehe dafür jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vor, teilte die bayerische Zentralstelle Cybercrime bereits im Dezember mit, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelt ist. Der Beschuldigte sei weitgehend geständig, hieß es damals. Er sitzt bereits seit dem 21. März in Untersuchungshaft. Für den Prozess plant das Landgericht nach Informationen der Main Post elf Verhandlungstage. Das Urteil könnte demnach am 30. April fallen.

Die Ermittlungen der Cybercrime-Experten ergaben, dass der Sprachtherapeut seit 2012 insgesamt sieben Jungen in unterschiedlicher Weise missbraucht habe. Der Mann nutzte den Ermittlern zufolge Behandlungssitzungen in seiner Praxis und in zwei Würzburger Kindergärten für die Taten. Einige der betroffenen Kinder waren körperlich oder geistig behindert. Alle waren jünger als sechs Jahre alt.

Gezielte Auswahl der Opfer

Den Angaben zufolge soll er die Taten fotografiert und gefilmt und die Bilder in einschlägige Foren im sogenannten Darknet gestellt haben. Bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten des Mannes wurden 22 000 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten sichergestellt.


Polizei beendet Ermittlungen im Würzburger Kinderporno-Fall


"Wir können davon ausgehen, dass der Täter sich gezielt Opfer rausgesucht hat, bei denen zu erwarten war, dass sie sich nicht an Eltern oder Erzieher wenden", hatte Staatsanwalt Thomas Janovsky schon im September erklärt, als die Ermittlungen zu Ende gebracht worden waren. Außerdem habe der Mann stets gewartet, bis ein Junge die jeweilige Einrichtung verlassen hatte, ehe er sich am nächsten Jungen vergangen habe - offenbar, um einen Austausch der Kinder untereinander zu verhindern.

dpa

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