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Gesundheitsministerium: Zahl der Organspender in Bayern steigt

Zum 1. April dieses Jahres war das Transplantationsgesetz geändert worden - 14.12.2019 05:25 Uhr

Heuer ist die Zahl der Organspender im Freistaat leicht gestiegen. Von Januar bis Ende November gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation 126 Organspender - sechs mehr als im gleichen Zeitraum 2018. © Marie Reichenbach, dpa


Mit Infokampagnen und einem Kunstwettbewerb für Schüler will das bayerische Gesundheitsministerium weiter für Organspenden werben. "Obwohl eine große Mehrheit der Bevölkerung der Organspende grundsätzlich positiv gegenübersteht, besitzt nur rund ein Drittel der Deutschen einen Organspende-Ausweis", sagte Ministerin Melanie Huml der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Menschen sollten sich mit dem Thema befassen. "Denn wer zu Lebzeiten für Klarheit sorgt, nimmt seinen Angehörigen die Last einer Entscheidung in schweren Stunden", sagte die CSU-Politikerin.

Heuer ist die Zahl der Organspender im Freistaat leicht gestiegen. Von Januar bis Ende November gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation 126 Organspender - sechs mehr als im gleichen Zeitraum 2018. "Allerdings warten aktuell etwa 1350 Menschen in Bayern auf ein lebenswichtiges Spenderorgan", machte Huml deutlich. "Deshalb ist es wichtig, dass sich mehr Menschen für einen Organspende-Ausweis entscheiden." Mit so einem Ausweis kann jeder regeln, ob beziehungsweise unter welchen Umständen nach einem Hirntod welche Organe an Kranke gespendet werden sollen.

Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt. Im Bundestag soll in den kommenden Wochen über eine Neuregelung der Organspende abgestimmt werden. Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt eine "doppelte Widerspruchslösung" an. Demnach sollen alle Volljährigen als Organspender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Dagegen wenden sich unter anderem die beiden Kirchen.

Aufklärung bleibt Daueraufgabe

Schon lange wird eine zu niedrige Zahl an Organspendern bemängelt - nicht zuletzt infolge von Skandalen bei der Vergabe der gespendeten Organe waren die Zahlen gesunken. Zum 1. April dieses Jahres war das Transplantationsgesetz geändert worden. Unter anderem gibt es Regeln zur Freistellung sogenannter Transplantationsbeauftragter. Vorbild für die Freistellung war laut Ministerium Bayern, wo eine solche Regelung seit 2017 gilt. Demnach werden die Beauftragten von anderen Aufgaben entbunden und haben im "oft dicht gefüllten Klinikalltag ausreichend Zeit für ihre Arbeit zur Verfügung". "Hinzu kommt eine höhere Vergütung der Organentnahme für die Krankenhäuser", sagte die Ministerin. Sie sei zuversichtlich, dass diese Änderungen "mittelfristig zu einer Steigerung der Organspendezahlen führen".

Dennoch bleibe die Aufklärung der Bevölkerung über Organspende und Transplantation eine Daueraufgabe der Staatsregierung. "Beispiele sind unsere Schülerseminare und Lehrerfortbildungen sowie Fortbildungen für ärztliches und pflegerisches Fachpersonal", sagte Huml. 10 000 Exemplare eines von ihrem Haus mitgestalteten Magazins zur Organ- und Gewebespende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden die Tage an allen 184 Entnahmekrankenhäusern im Freistaat verteilt - das sind Kliniken, die nach ihrer räumlichen und personellen Ausstattung in der Lage sind, Organentnahmen von potenziellen Spendern zu ermöglichen, wie ein Sprecher erläuterte.

Mangelnde Routinen

Bis zum 6. März laufe zudem ein Kunstwettbewerb für Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 an allen bayerischen Gymnasien. Und voraussichtlich im Juli soll die 20. Jahrestagung der bayerischen Transplantationsbeauftragten stattfinden.

Der Ministeriumssprecher nannte als weitere Gründe für niedrige Organspendezahlen die zunehmend mehr Arbeit an den Entnahmekrankenhäusern. Es sei davon auszugehen, dass das Thema deshalb nicht genügend Aufmerksamkeit bekomme.

Ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft sagte, hinzu kämen mangelnde Erfahrung und Routinen. In vielen Krankenhäusern gebe es gerade ein- bis zweimal im Jahr eine Organspende. Hier sei es wichtig, dass die Kliniken Hilfe von erfahrenen Kollegen anfordern können, etwa für Gespräche mit Angehörigen des hirntoten Patienten. Auch er erwartet durch die neuen gesetzlichen Regelungen eine Verbesserung der Situation, vor allem durch eine klare Finanzierung der Transplantationsbeauftragten. "Das kommt im wahrsten Sinne ihrem Wert und der Beachtung ihrer Arbeit zugute."

dpa

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