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Holpriger Start der Corona-Warn-App: Mit diesen Problemen kämpfen Nutzer

Ältere Smartphone-Betriebssysteme unterstützen die App nicht - 16.06.2020 16:57 Uhr

Die Corona-Warn-App soll helfen, die Infektionsketten von coronainfizierten Personen schneller zu identifizieren und zu unterbrechen. Doch nicht jeder hat Zugang zu der App. 

© Michael Kappeler, dpa


Im App-Store von Apple gab es am Dienstagnachmittag bereits über 6000 Rezensionen, die App wird mit 4,8 von 5 Punkten bewertet. Im Google Play Store erreicht sie mit über 14.500 Bewertungen im Durchschnitt 4,7 Punkte.


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Ein erstmal positives Fazit, die App läuft anscheinend ohne größere Probleme an - wenn man sie denn überhaupt installieren kann. Der größte Kritikpunkt derzeit: Viele Menschen können die App gar nicht erst herunterladen. Für eine erfolgreiche Installation sind die Betriebssysteme Apple iOS 13.5 oder Android 6.0 Voraussetzung. Die iPhones 5, 5s, 6 oder ältere Android-Modelle wie das Sony Xperia M2 unterstützen diese Systeme jedoch nicht mehr. Wer also so ein Handy besitzt und sich nicht das neuste Update herunterladen kann, geht leer aus.

Bei Huawei-Smartphones kommt ein ganz anderes Problem ins Spiel: In einem Handelsstreik verhängte US-Präsident Trump vergangenes Jahr Sanktionen gegen den chinesischen Technikkonzern. Die neuesten Smartphone-Modelle wie das P40 Pro oder Mate 30 dürfen seitdem nicht mehr mit den Google-Diensten wie Google-Maps, Gmail, Youtube oder dem Play-Store ausgestattet werden.

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Huawei muss folglich seine Smartphones ohne Google-Dienste selbst anpassen. Im Falle der Corona-App basiert die neue Huawei-Anwendung "Contact Shield" auf den Schnittstellen von Google und Apple zur Kontaktmessung und kann mit den jeweiligen Geräten beider Unternehmen via Bluetooth kommunizieren. Die Nutzer können dabei selbst entscheiden, ob sie den "Contact-Shield" aktivieren möchten.


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In den Sozialen Netzwerken und in den jeweiligen App-Stores zeigen sich viele User enttäuscht von der neuen Corona-Warn-App. Einige sprechen von einem Klassen- und Nachhaltigkeitsproblem, wie dieser Post auf Twitter zeigt:

Viele fürchten nun, dass Menschen mit älteren Smartphones benachteiligt werden, da sie nicht über die App verfügen und so erst gar nicht erreicht werden können. Noch dazu sind viele gängige Handys für Senioren gar keine Smartphones - die Corona-Risikogruppe bleibt in weiten Teilen außen vor.

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Wissenschaftler der Universität Oxford gingen im Vorfeld davon aus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App aufs Smartphone laden müsste, damit sie ihren Zweck erfüllt. Diese Spekulationen wies Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag zurück. "Ich kann diese Studie nicht nachvollziehen. Diese ist auch sehr theoretisch hergeleitet", sagte Spahn.

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