Krieg gegen die Ukraine

Internationale Behörde alarmiert - Gefahr in besetztem Atomkraftwerk steigt

5.7.2022, 16:51 Uhr
Das vom russischen Militär besetzte Werk in Saporischschja ist das größte AKW der Ukraine und in ganz Europa.

© Olexander Prokopenko, dpa Das vom russischen Militär besetzte Werk in Saporischschja ist das größte AKW der Ukraine und in ganz Europa.

+++ Das ukrainische Management und die lokalen AKW-Mitarbeiter seien extremem Stress und schwierigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. "Jeden Tag, an dem das so weitergeht, steigt das Risiko für einen Unfall oder eine Verletzung der Sicherheit", sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Das AKW in der südlichen Ukraine ist das größte Atomkraftwerk in ganz Europa. Die Anlage steht seit rund vier Monaten unter Kontrolle des russischen Militärs. Die Datenverbindung zwischen der IAEA in Wien und Saporischschja, die zur Überwachung des Nuklearmaterials dient, ist während der Besetzung immer wieder unterbrochen worden. Grossi forderte erneut Zugang für ein IAEA-Team zu dem Kraftwerk.

+++ Am Montag fand die erste große Wiederaufbau-Konferenz in der Schweiz statt. Die ukrainische Regierung will den Wiederaufbau ihres kriegszerstörten Landes zu einem großen Teil mit russischem Geld finanzieren. Nötig seien nach Schätzungen mindestens 750 Milliarden Dollar (knapp 720 Milliarden Euro), sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Montag bei der ersten großen Wiederaufbau-Konferenz in Lugano in der Schweiz. Der Wiederaufbau sei eine "gemeinsame Aufgabe der zivilisierten Welt", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte. "Diese Konferenz kann zum ersten großen Schritt für den historischen Sieg der demokratischen Welt werden", meinte er.

+++ Bei Raketenangriffen auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind Bürgermeister Wadym Ljach zufolge 6 Menschen getötet und 15 verwundet worden. Ljach nannte die Attacke am Sonntag bei Facebook den "schwersten Angriff in jüngster Zeit" auf die Stadt in der Region Donezk. Unter den Toten sei auch ein Kind. Ljach zufolge wurden zivile Objekte getroffen - keine militärischen Einrichtungen. Die Angaben aus den Kampfgebieten lassen sich unabhängig kaum prüfen.

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