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Karte: Wo gibt es in Bayern eine Ausgangssperre und weitere Verschärfungen?

Interaktive Karte schafft Überblick - 18.05.2021 09:16 Uhr

In allen Landkreisen mit stabiler Inzidenz unter 100 darf seit Montag, 10. Mai, weiter gelockert werden. Das betrifft unter anderem Biergärten, den Sport, Theater und Kinos. Ob es dort Erleichterungen gibt, entscheidet die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde in Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium. Anders als bei der Bundesnotbremse treten Lockerungen also nicht automatisch ein. Deshalb empfiehlt es sich, auf der Website des jeweiligen Landkreises nachzusehen. Die genaue Regelung finden Sie hier.

In dieser interaktiven Karte sehen Sie, wo in Bayern aktuell der Inzidenzwert stabil über 100 liegt, sodass eine Ausgangssperre greift, und wo durch stabile Werte unter 100 weitere Öffnungsschritte prinzipiell möglich sind. Ein Klick in die Karte zeigt, wie sich die Inzidenzwerte in den letzten Tagen entwickelt haben.

Die Daten werden automatisch vom Robert-Koch-Institut eingeholt und verarbeitet.

So funktioniert die Bundesnotbremse: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen einen Schwellwert überschreitet, greifen ab dem übernächsten Tag dort schärfere Maßnahmen. Lockerungen treten gibt es erst, wenn der Wert an fünf Tagen in Folge die Schwelle unterschreitet. Dann gelten sie ebenfalls ab dem übernächsten Tag.

Warum ist bundesweit von Werktagen die Rede, hier von Tagen?

Laut Bundesinfektionsschutzgesetz darf erst gelockert werden, wenn ein ein Inzidenz-Schwellwert an fünf Werktagen unterschritten wird. Damit zählen Sonn- und Feiertage nicht dazu. In Bayern ist dies jedoch anders.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte auf Anfrage von nordbayern.de hierzu: "Die Berechnung der Fünf-Tages-Frist bei Unterschreitung des Schwellenwertes der jeweiligen 7-Tage-Inzidenz orientiert sich – wie in der 12. BayIfSMV festgelegt – an Tagen und nicht an Werktagen. Dies dient der Vereinfachung und der Übersichtlichkeit. Zwar spricht die bundesrechtliche Regelung von Werktagen, jedoch mit dem Zusatz, dass nach § 28b Abs. 2 Satz 2 IfSG Sonn-und Feiertage die Zählung der maßgeblichen Tage nicht unterbrechen. Die Verwendung des Begriffs "Tage" anstatt "Werktage", ohne den Zusatz des IfSG, dient so der Verständlichkeit der Regelung."

Diese Unterschiede gibt es zwischen den Stufen

Inzidenz unter 100: Es gilt keine Notbremse. Die meisten Läden dürfen Kundenbesuche mit Termin anbieten. Bei einer stabilen Inzidenz unter 50 braucht es keinen Termin mehr. Unabhängig von der Inzidenz dürfen Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen. Körpernahe Dienstleistungen sind mit Termin und FFP2-Maske erlaubt. Die Maske darf abgesetzt werden, wenn die Art der Dienstleistung das bedingt.

Alle Schulkinder dürfen Präsenz- oder Wechselunterricht erhalten. Je nachdem, wie niedrig die Inzidenz ist, dürfen sich mehr Menschen treffen: Bei Werten unter 35 drei Haushalte und maximal 10 Personen, zwischen 35 und 100 zwei Haushalte und fünf Personen. Kinder unter 14, vollständig Geimpfte und Genesene zählen nicht mit. Landkreise können weitere Lockerungen bekanntgeben.

Inzidenz über 100: Mit der Notbremse tritt eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, die Schulen schließen für die allermeisten Schüler - außer Abschlussklassen, die elfte Klasse und Grundschüler. Die meisten Läden dürfen nur Click & Meet mit negativem Coronatest anbieten. Treffen dürfen sich ein Haushalt und eine Person. Bei den körpernahen Dienstleistungen bleiben nur Friseure und die Fußpflege offen, hier braucht es einen negativen Test.

Inzidenz über 150: Statt Click & Meet mit negativem Test gibt es in Geschäften nur noch Click & Collect.

Inzidenz über 165: Grundschüler müssen nun zuhause bleiben, bis auf die 4. Klassen. Diese dürfen inzidenzunabhängig in den Unterricht.

Die ausführliche Regelung finden Sie hier.

sima

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