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Kommentar: Die FDP schwimmt gegen den Strom - mit Kalkül

Die Partei nimmt gerne in Kauf, auf viele unsympathisch zu wirken - 26.04.2019 14:34 Uhr

Die FDP und insbesondere ihr Vorsitzender Christian Lindner haben sich in den zurückliegenden Monaten bei vielen Deutschen nicht gerade beliebt gemacht. Häufig argumentierten sie exakt gegen den Trend: Im Angesicht der Demos für die Enteignung von Wohnungskonzernen will die FDP den Enteignungsparagrafen im Grundgesetz abschaffen. Hunderttausende von Schülerinnen und Schülern fordern stärkere Maßnahmen gegen den Klimawandel und der Chef der Liberalen argumentiert, das sei ja wohl doch eher "eine Sache für die Profis".


Lindner: Fehler der Flüchtlingsdebatte nicht beim Klima wiederholen


Ist die FDP wirklich so dumm, dass sie wider besseres Wissen an der gefühlten Mehrheit der Bundesbürger vorbei argumentiert? Nein, dahinter steckt Strategie. Wenn von der Kanzlerin (CDU) bis zur Linkspartei fast alle die Freitagsdemos gut finden, dann können die Liberalen die mindestens zehn Prozent der Bevölkerung (wahrscheinlich deutlich mehr) ansprechen, die gewisse Zweifel haben. Marktliberal, technik- und technologiefreundlich, strikt gegen weitere Umverteilung etwa in Gestalt eines bedingungslosen Grundeinkommens - so ist der Markenkern der Partei. Dabei nimmt sie gerne in Kauf, auf viele unsympathisch zu wirken.

In einem Punkt scheint die FDP gemerkt zu haben, dass sie sich im Sinne der Mehrheitsmeinung tatsächlich ändern muss. Die Bemühung, mehr Frauen in die Männerpartei zu bekommen, ist erkennbar. Denn gewählt werden wollen die Liberalen schließlich auch von Frauen.

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"Fridays for future": Das sagen die Demo-Teilnehmer

Es wurde wieder laut in der Innenstadt: Bis zu 900 Menschen haben am Freitagmittag unter dem Motto "Fridays for Future" für eine lebenswerte Zukunft demonstriert – darunter längst nicht nur Schüler. Auch Eltern und Großeltern unterstützen die Anliegen der Kinder und Jugendlichen. Wir haben uns unter den Demonstranten umgehört.


 

Harald Baumer

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