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Kommentar: Guter Journalismus verhindert Einflussnahme

Für Journalisten endet die Arbeit nicht mit einer Pressemitteilung - 21.11.2019 12:38 Uhr

Gerade einmal zwei Monate ist es her, da erreichte mich eine E-Mail: Glückwunsch zu meinem Kommentar, hieß es darin, der sei der "Meinungszensur" wohl durchgerutscht – und somit eher aus Versehen gedruckt worden.

Es wäre müßig, nun auf den verbliebenen 31 Zeilen dieses Kommentars erklären zu wollen, dass es eine solche Zensur ebenso wenig gibt wie einen Regierungsvertreter, der unserer morgendlichen Redaktionskonferenz vorsteht.


Neue Studie: Zweifel an Unabhängigkeit der Medien bleibt


Was es durchaus gibt, das sind Politiker, die den Versuch unternehmen, Berichterstattung in ihrem Sinne zu beeinflussen – und das ganz subtil: indem sie Nichtigkeiten groß inszenieren, Journalisten ausgewählte Informationen zustecken oder ihnen über ihre PR-Abteilungen vorgefertigte Berichte und gar ausformulierte Interviews liefern.

In gut ausgestatteten Redaktionen wird es beim Versuch bleiben. Für deren Journalisten endet die Arbeit nicht mit dem Erhalt einer Pressemitteilung aus einem Ministerium, sie beginnt damit erst. Sachverhalte hinterfragen, Hintergründe aufzeigen, eigene Themen setzen – daran bemisst sich die Qualität einer Redaktion. Und an Kommentaren, die sich kritisch mit Politik auseinandersetzen – nicht nur, aber insbesondere mit den Regierenden.

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