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Kommentar: Machtwechsel dank Marathonläufer König

Lag es am Rückenwind durch Ministerpräsident Söder? - 29.03.2020 21:28 Uhr

So sieht ein Wahlsieger aus: Marcus König lächelt per Video-Anruf nach den Ergebnissen der Auszählungen der Stichwahlen für die Kommunalwahl in die Kamera.

© Daniel Karmann, dpa


2014 siegte SPD-Kandidat Ulrich Maly noch mit überragenden 67 Prozent der Stimmen. Auch im Stadtrat sind die Genossen nun nicht mehr stärkste Partei, sondern die CSU.

Die Frage, was letztlich den Ausschlag gegeben hat, dass der Bankkaufmann König den Diplom-Sozialwirt Thorsten Brehm in der Stichwahl geschlagen hat, kann nur schwer geklärt werden. Die reine Briefwahl macht eine Analyse der einzelnen Wahlbezirke unmöglich. Auch hat es keine Wechselstimmung wie 1996 gegeben, als der CSU-Kandidat Ludwig Scholz Amtsinhaber Peter Schönlein in die Knie zwang. War es der Rückenwind durch Ministerpräsident Markus Söder, der Marcus König unterstützte und der durch sein entschiedenes Handeln in der Corona-Krise sehr viel Zustimmung von der Bevölkerung erhält? Haben die Grünen, weil sie keine Wahlempfehlung gegeben haben, Brehm verhindert? Oder hat Marathonläufer König mit seiner jovialen Art mehr überzeugt als der eher spröde Brehm? Es sind alles nur Vermutungen. Die Ursachenforschung wird die SPD noch umtreiben.

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Die ehemalige Freie Reichsstadt Nürnberg blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. An ihrer Spitze standen schon Kaiser und Könige, aber auch ein Fürther durfte sich einst Oberhaupt der Stadt nennen.


Die CSU, die lange nicht die überraschende Niederlage von Scholz gegen Maly 2002 verarbeitet hatte, darf nach 18 Jahren jubeln. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ist für Übermut aber kein Anlass. Vor dem für sechs Jahre gewählten Stadtrat samt OB liegen schwere Zeiten, denn die Steuereinnahmen der Stadt werden, wie überall, nach dem Corona-Desaster deutlich sinken. Viele gute Ideen, Anregungen und Vorschläge, die im Wahlkampf gemacht wurden, können wohl nicht weiter verfolgt werden, weil das Geld fehlt.

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"Unglaublicher Erfolg": Die Reaktionen zum Machtwechsel in Nürnberg

Nürnberg hat gewählt! CSU-Mann Marcus König setzte sich in der Stichwahl knapp gegen Thorsten Brehm (SPD) durch - ein historischer Erfolg. Hier kommen die Reaktionen zum Ergebnis der Stichwahl.


Der Zwang, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu müssen, kann die Arbeit im Stadtrat aber auch erleichtern, weil er zusammenschweißt. Spannend wird sein, auf welche Mehrheit König setzt. Denkbar sind mehrere Varianten: Schwarz-Rot und Schwarz-Grün. Wenn es Schwarz-Rot-Grün wird, weil König eine breite Mehrheit anstrebt, dann gibt es ein Tauziehen um die Bürgermeister.

Kommunalwahl 2020: Die Stichwahlkandidaten in Nürnberg


Nicht in der Stichwahl: Osgyan (Grüne): 15,09%, Hübscher (AfD): 4,22%, Schüller (Linke): 2,54%, Dörfler (FW): 1,81%, Betz (PARTEI/Piraten): 1,18%, Rechholz (ÖDP): 1,11%, Sormaz (FDP): 1,04%, Padua (Linke Liste): 0,80%, Luft (BIA): 0,48%, Schramm (Die Guten): 0,35%

Die Stadtratswahl 2020

Das ist das Ergebnis aus allen 524 Stimmbezirken:

31,34%

25,73%

19,97%

5,69%

3,93%

2,84%

2,32%

2,11%

1,70%

1,67%

1,33%

1,39%

CSU
SPD
Die Grünen
AfD
Die Linke
Freie Wähler
ÖDP
FDP
Piraten/PARTEI
politbande
Linke Liste
Sonstige

1,94%

18,37%

10,97%

5,69%

3,93%

0,04%

0,22%

0,11%

1,67%

2,77%

3,41%

Alle Stimmkreise ausgezählt.

André Fischer

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