26°

Freitag, 07.08.2020

|

zum Thema

Kommentar zu "Anne Will": Kubicki hat recht, aber ...

FDP-Politiker empfahl, wer vor Corona Angst habe, solle zu Hause bleiben - 11.05.2020 13:45 Uhr

Kommt die Lockerung der rigiden Corona-Vorschriften zu bald und gefährdet alles bisher Erreichte? Oder müssen die Menschen einfach besser selbst auf sich aufpassen? In der Sendung von Anne Will am Sonntag gingen die Meinungen auseinander.

Eines ist klar: Dass sich das Virus wieder stärker ausbreitet und dann in Konsequenz erneut das öffentliche Leben fast komplett zum Erliegen kommt, das will niemand. Die Folgen wären verheerend - wirtschaftlich, sozial und für die ganze Gesellschaft. Und genau deshalb ist es wichtig und richtig darüber zu diskutieren, ob die jetzigen Lockerungen vielleicht zu früh in Kraft treten und alles Erreichte gefährden.


"Krude Demonstrationen" auch Thema bei "Anne Will"


Doch auch diese Frage ist berechtigt: Was hätte es gebracht, noch zwei oder drei Wochen oder noch länger damit zu warten, wieder Schritte in Richtung Normalität zu gehen? Denn auch das ist klar: Das Virus wird nicht einfach wieder verschwinden. Es wird uns künftig begleiten. Wir müssen lernen, mit ihm zu leben. Und dabei reicht es auf Dauer nicht, wenn der Staat jedem im Detail vorschreibt, wie er sich verhalten soll. Tatsächlich ist hier jeder auch selbst gefordert, mit der Situation verantwortungsvoll umzugehen. Mit seinem entsprechenden Appell hat der streitbare und um kaum eine Zuspitzung verlegene FDP-Mann Wolfgang Kubicki durchaus recht.

Bilderstrecke zum Thema

2000 Impfgegner demonstrieren an der Lorenzkirche

Der Mindestabstand wurde am Samstagnachmittag an der Nürnberger Lorenzkirche nur selten eingehalten. 2000 Menschen hatten sich dort versammelt, um gegen eine Impfpflicht in der Corona-Krise zu demonstrieren. Darunter waren auch Rechtsextreme und Anhänger von Verschwörungstheorien.


Seine bei Anne Will vorgetragene Empfehlung, wer vor Corona Angst habe, solle eben zu Hause bleiben, greift natürlich insofern zu kurz, als das nicht jedem möglich ist. Selbstverständlich muss die Gesellschaft vielmehr insgesamt so agieren, dass alle am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass eben dies gerade den besonders schwachen Gruppe unserer Gesellschaft zuletzt verwehrt wurde - wie den Senioren, die im Pflegeheim betreut werden. Sie durften ihre Einrichtungen weder verlassen, noch durften sie Besuch empfangen. Man kann das wie Wolfgang Kubicki in Anne Wills Talkshow pointiert "Einzelhaft" nennen. Man kann das auch schlichtweg als äußerst problematisch bezeichnen. Gerade alte Menschen über Wochen hinweg derart zu isolieren, hinterlässt bei vielen Betroffenen deutliche Spuren.

Bilderstrecke zum Thema

Nach Corona-Kater: Tausende strömen zum Shoppen in Nürnbergs City

Die Nürnberger Innenstadt erwacht nach den Corona-Einschränkungen zum Leben, die Franken haben ihre Shopping-Lust offenbar wiederentdeckt. Am ersten Samstag nach den Lockerungen strömen Tausende in die City, vor vielen Geschäften bildeten sich lange Schlangen. Die Bilder.


Fest steht: Der Blick auf die Maßnahmen war in der Hochphase der Pandemie darauf fokussiert, jedes Risiko zu minimieren. Kollateralschäden traten in den Hintergrund. Diese Verhältnismäßigkeit nun wieder zu diskutieren, ist unabdingbar. Daran ändert der Umstand nichts, dass auch Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme hier munter ihre Süppchen kochen. Eine Demokratie braucht diese Diskussion - und darf sie nicht ihren Gegnern überlassen.


Über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Krise Sie haben selbst den Verdacht, an dem Virus erkrankt zu sein? Hier haben wir häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

Die Anzahl der Corona-Infizierten in der Region finden Sie hier täglich aktualisiert. Die weltweiten Fallzahlen können Sie an dieser Stelle abrufen.


Wir informieren Sie mit unserem täglichen Corona-Newsletter über die aktuelle Lage in der Coronakrise, geben Ihnen Hinweise zum richtigen Verhalten und Tipps zum alltäglichen Leben. Hier kostenlos bestellen. Immer um 17 Uhr frisch in Ihrem Mailpostfach.

Sie bevorzugen Nachrichten zur Krise im Zeitungsformat? Erhalten Sie mit unserem E-Paper-Aktionsangebot immer die wichtigsten Corona-News direkt nach Hause: Ein Monat lesen für nur 99 Cent! Hier gelangen Sie direkt zum Angebot.


Sie wollen in der Corona-Krise helfen: Dann sind Sie in unserer Facebookgruppe "Nordbayern hilft" genau richtig!

22

22 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik