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Kommentar zum Mindestlohn: Bloß Beifall ist zu wenig

Corona ließ alte Konflikte um Lohnpolitik aufbrechen - 30.06.2020 17:18 Uhr

Die Gewerkschaften verweisen auf die für die Konjunktur heilsame Wirkung einer steigenden Kaufkraft dank höherem Mindestlohn. © Jens Wolf, dpa


Spätestens seit heute sind sie dahin, die Zeiten, in denen sich die Mindestlohnkommission fast geräuschlos in der Frage einig wurde, wie stark der Mindestlohn steigen soll. Die kurzfristig abgesagte Pressekonferenz lässt erahnen, dass es hinter den Kulissen viel Uneinigkeit gab.

Die Coronakrise hat einen Konflikt wieder aufbrechen lassen, der beinahe so alt ist wie die Wirtschaftswissenschaften selbst – den zwischen Befürwortern einer angebots- und denen einer nachfrageorientierten Politik. Beiden Lagern liefert die Krise Argumente: Die Arbeitgeber können auf die enorme Belastung der Unternehmen verweisen, denen keine steigenden Lohnkosten zuzumuten seien; die Gewerkschaften auf die für die Konjunktur heilsame Wirkung einer steigenden Kaufkraft dank höherem Mindestlohn.

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Am Ende stand – und das ist in der ja gerade für den Ausgleich dieser Interessen besetzten Kommission angelegt – ein Kompromiss. Der hätte diesmal aber ruhig mehr zugunsten der Beschäftigten – viele von ihnen in systemrelevanten Berufen – ausschlagen können. Denn der bloße Beifall in der Krise, wie unverzichtbar diese Beschäftigten sind, ist als Entlohnung zu wenig.

Der Kommentar wurde nach Bekanntgabe des künftigen Mindestlohns aktualisiert.

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