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Kommunalwahl 2020: Tritt Ulrich Maly wieder an?

Spekulationen um die politische Zukunft des Nürnberger OBs - 02.02.2019 05:54 Uhr

Im März möchte Ulrich Maly bekanntgeben, ob er auch bei der Kommunalwahl 2020 antritt. © Heinz Wraneschitz


Eigentlich wollte Maly schon im Herbst vergangenen Jahres verraten, ob er ein viertes Mal für die SPD in die Bütt steigt. Dass er das bis heute nicht getan hat, lässt Spekulationen um seine politische Zukunft ins Kraut schießen. 

Dabei gibt es kaum jemanden, der Malys Abschied aus der Politik zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich für möglich hält. "Er muss einfach noch einmal ran", sagen Genossen. Ihre Sorge: Ohne das Zugpferd Maly hätte die SPD, die in letzten Umfragen in Bayern auf mickrige sechs Prozent abgestürzt ist, vermutlich sogar in der langjährigen Sozi-Hochburg Nürnberg schlechte Karten. 

Maly selbst lässt alle Journalistenfragen zu seinen Ambitionen teflonartig an sich abperlen und vertröstet Fragende auf März. Dass er sich zunächst schon im Herbst hatte erklären wollen, "war ein Fehler", räumt er ein. Warum er es dann doch vorgezogen hat, bis heute zu schweigen? Er wollte den Wahlkampf nicht schon im vergangenen Jahr eröffnen. "Ich möchte uns die ruhige Zeit noch etwas erhalten."

CSU ist "tiefenentspannt"

Sein engstes Umfeld in der Partei weiß mittlerweile Bescheid. Die Spitzen-Genossen sind zum Schweigen vergattert und halten sich eisern daran. Doch wenn man die Stimmung richtig deutet, dann hat sich Maly ganz in ihrem Sinn geäußert. Spätestens bis 16. März dürfte sich der OB auch offiziell erklärt haben, denn dann geht die SPD-Stadtratsfraktion in Klausur, um zu beraten, wie sie den Wahlkampf angehen will.

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Neujahrsempfang im Messezentrum: Maly, Söder und viel Rotwein

Die Stadt ruft – und die Gäste kommen: Rund 1500 Menschen aus der ganzen Region sind der Einladung Nürnbergs zum Neujahrsempfang ins Messezentrum gefolgt. Die Veranstaltung hat übrigens eine lange Tradition: Der erste Neujahrsempfang der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg fand 1958 statt.


CSU-Fraktionschef Marcus König verfolgt derweil demonstrativ gelassen, was sich bei den Sozialdemokraten abspielt. "Der Ball liegt im Spielfeld der Kollegen. Wie es kommt, so kommt es, ich bin tiefenentspannt", sagt der Mann, der die Fraktionsführung erst vor eineinviertel Jahren übernommen hat. In der CSU bereitet man sich auf verschiedene Szenarien vor. Wobei die Variante, dass die SPD ohne Maly ins Rennen zieht, auch bei den Konservativen kaum jemand für realistisch hält. 

Wohin geht die Reise bei SPD und CSU?

Dass sich König selbst zu Höherem berufen fühlt, ist kein Geheimnis. In Sachen OB-Kandidatur "kann ich mich als Fraktionsvorsitzender nicht rausnehmen, aber ich sehe noch andere Modelle", sagt der 38-Jährige. Die Grünen wiederum beobachten gespannt, wohin die Reise bei SPD und CSU geht. Und wirken ziemlich gut gelaunt dabei. Beflügelt von den Ergebnissen bei der Bundes- und Landtagswahl und jüngsten Umfragen, wittert die Partei Morgenluft.

"Wir haben einen Wahnsinnsflow im Moment", meint Fraktionschef Achim Mletzko auf Anfrage. Manch einer träumt davon, bei der nächsten Kommunalwahl die Zahl der Sitze im Stadtrat von aktuell sechs auf zwölf zu verdoppeln.

Grüne suchen nach einer "Schulze in Fränkisch"

Die Grünen werden wieder einen eigenen OB-Kandidaten ins Rennen schicken - oder eine Kandidatin. Denn in der Partei gibt es eine Sehnsucht nach einer "Katharina Schulze in Fränkisch" (Mletzko).

Voller Selbstbewusstsein bereitet sich auch Die Linke auf den Wahlkampf vor. Sie will dieses Mal nicht mehr mit Vertretern anderer Gruppen als Linke Liste antreten, sondern nach den Zuwächsen bei den vergangenen Wahlen unter eigener Flagge. "Unser Ziel ist Fraktionsstärke", sagt Stadtrat und Linken-Chef Titus Schüller siegessicher.

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