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Künast: Klimaschutz geht nur mit Ernährungswende

Die Deutschen müssen "einen neuen Genuss lernen" - 12.10.2019 11:34 Uhr

"Meine These ist, dass Klimaschutz nur mit Ernährungswende geht", sagt die Grünen-Politikerin Renate Künast. © dpa/Silas Stein


Die Produktion und der Transport von Nahrung in ihrer heutigen Form sei mit den Klimazielen Deutschlands nicht zu vereinbaren. Die Grünen-Politikerin fordert vor allem, sich saisonaler, regionaler und mehr von ökologisch produzierten Lebensmitteln zu ernähren.

"Einen neuen Genuss lernen" müssten die Deutschen, und dazu gehöre eben auch, dass man im Januar keine Erdbeeren isst. Auch der Fleischkonsum müsse für eine klimafreundlichere Nahrungsproduktion zurückgehen. Das würde nicht nur tonnenweise CO2-Emissionen vermeiden, sondern auch große Ackerflächen freigeben, die derzeit zum Futteranbau genutzt werden, sagte Künast.

Umweltverbände fordern seit Jahren Umdenken

Mit der Forderung nach einem Paradigmenwechsel in der Nahrungsproduktion ist Künast nicht allein, Umweltverbände fordern sie seit Jahren. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht Deutschland dabei auf einem guten Weg. "Unsere Landwirtschaft wird schon jetzt nachhaltig", sagte sie vorige Woche auf einer Nachhaltigkeitskonferenz. Durch die Förderung von Modernisierung in der Landwirtschaft will sie künftig pro Jahr 220.000 Tonnen CO2 einsparen. Auch den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft will die Ministerin weiter vorantreiben.

Oppositionspolitikerin Künast beurteilt die deutsche Agrarpolitik skeptischer. So würde die Politik falsche Anreize setzen, auch sei das Thema Ernährung und Landwirtschaft im Klimapaket der Bundesregierung kaum vertreten. Auch die Städte müssten den Wandel vorantreiben. Die Landwirtschaft werde diese Wende von sich aus nicht hinbekommen, da es im Agrarbereich zu viele Beharrungskräfte gebe. "Da wird über Versicherungen geredet und staatliche Zuschüsse wegen Dürre oder Hochwasser", sagte Künast. "Aber es wird zu wenig darüber geredet, dass wir die Strukturen verändern müssen."

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dpa

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