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Meeske macht deutlich: "Sicherheit ist Aufgabe des Staates"

Beim 1.FC Nürnberg und in Fürth stößt das Urteil von Bremen auf Unverständnis - 22.02.2018 10:40 Uhr

Anderer Auffassung: Michael Meeske, Finanzvorstand des 1.FC Nürnberg. © Sportfoto Zink


Was das Urteil von Bremen für die fränkischen Bundesligisten bedeutet? Konkret erst einmal (noch) nichts, "und nicht alle Innenminister", sagt Michael Meeske, "sind derselben Auffassung wie der Innensenator von Bremen". Der Kaufmännische Vorstand des 1. FC Nürnberg hat in Bayern andere Erfahrungen gemacht, der Austausch mit der Polizei, sagt Meeske, sei fruchtbar und konstruktiv im Blick auf die gemeinsamen Interessen – "und natürlich muss es dem gesamten Profifußball ein Anliegen sein, die Diskussion in einem sehr konzentrierten Miteinander" zu führen.

"Die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", sagt Meeske, der Mitglied im Präsidium der Deutschen Fußball Liga DFL ist, sei aber "Aufgabe des Staates", deswegen "widerspricht das Urteil unserer Rechtsauffassung". Dass zum Beispiel der 1.FC Nürnberg verantwortlich sein soll für Ausschreitungen, die fernab des Stadions zu Polizeieinsätzen führen, kann Meeske nicht nachvollziehen – zumal "sich ja dann die Frage stellen kann, ob das auch für gewalttätige Fans anderer Mannschaften gilt, wenn es in Nürnberg passiert".

Grenzen nicht klar definiert

Wo soll man Grenzen ziehen? Für den Fußball, aber auch für andere Großveranstaltungen? Es gebe, so Meeske, schließlich "vielfältige Anlässe", die Debatte um Kostenbeteiligungen für Polizeieinsätze zu führen, der Fußballbetrieb biete allerdings mit "einem hohen Maß an gesellschaftlicher Relevanz" die größte öffentliche Bühne – und damit jenes Argument, das Meeske so wiedergibt: "Die Millionarios sollen gefälligst für Polizeieinsätze zahlen." Das, so Meeske, führe aber am Inhalt vorbei.

Eine "grundsätzliche Bedeutung weit über den Fußball hinaus" räumt auch Holger Schwiewagner der Revision gegen das Urteil ein. Auch der Geschäftsführer der Spielvereinigung Greuther Fürth will "zuerst vor der eigenen Haustür kehren", jeder Profiklub müsse "immer alles versuchen, um seinen Teil zu sicheren und friedlichen Fußballspielen beizutragen". Schwiewagner stellt aber auch die Frage, welche Folgen es zum Beispiel für den Kulturbetrieb oder überhaupt das öffentliche Leben haben könnte, sollten Kosten für Polizeieinsätze künftig teils umgelegt werden können: "Wie geht man damit zum Beispiel beim Oktoberfest um?" Auf allen Großveranstaltungen, so Schwiewagner, finde sich "ein Querschnitt der Gesellschaft", darunter auch jener Teil, den man sich nicht wünscht.

Keine Planung möglich

Welche Kosten auf die Klubs zukommen könnten, erklären Meeske und Schwiewagner, sei nicht abzuschätzen, auch Schwiewagner sagt, dass die Frage nach einer Kostenbeteiligung für Risikospiele in Bayern noch nicht gestellt worden sei. Das Nürnberg-Fürther Derby könnte so eines sein, auch wenn es bei weitem überwiegend friedlich verlief. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist sogar schon – als Deeskalationsstrategie – mit reduziertem Polizeieinsatz gearbeitet worden. "Solche Entscheidungen werden nach Rücksprache von der Polizei getroffen", sagt Schwiewagner: "Aber ich kann ja den Verantwortlichen für die öffentliche Sicherheit da keine Empfehlungen geben." Meeske ist "gespannt", ob das Urteil Bestand hat. "Ich hoffe", sagt Schwiewagner, "dass der Fußball recht bekommt." 

Hans Böller

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