Staatsbesuch

Merkel bald zu Gast im Weißen Haus

11.6.2021, 14:37 Uhr
Zwei, die sich gut verstehen: Joe Biden und Angela Merkel.

Zwei, die sich gut verstehen: Joe Biden und Angela Merkel. © Maurizio Gambarini, dpa

US-Präsident Joe Biden will Kanzlerin Angela Merkel in wenigen Wochen im Weißen Haus empfangen. Der Besuch in Washington sei für den 15. Juli geplant, teilt das Weiße Haus mit. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte den Reisetermin. Es handele sich um einen Arbeitsbesuch. „Einzelheiten des Programms werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben“, hieß es.

Es wird erwartet, dass sich Merkel und Biden bereits am Rande des G7-Gipfels im südenglischen Cornwall erstmals seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten persönlich treffen. Beide streben nach dem Tiefpunkt in den deutsch-amerikanischen Beziehungen in der Ära von US-Präsident Donald Trump einen Neustart an. Trump hatte Deutschland und auch Merkel persönlich immer wieder angegriffen.

Knackpunkt Nord Stream 2

Biden lässt dagegen keinen Zweifel daran, wie wichtig ihm das Verhältnis zu Deutschland ist. Nicht nur stoppte er den von Trump angeordneten Abzug von US-Truppen aus Deutschland. Biden verzichtete im vergangenen Monat auch auf weitgehende Sanktionen gegen die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2. Zur Begründung hieß es, dass solche Strafmaßnahmen „die US-Beziehungen mit Deutschland, der EU und anderen europäischen Verbündeten und Partnern“ negativ beeinflusst hätten. Beim G7-Treffen in Cornwall wird sich zeigen, ob der Streit um die Pipeline wirklich beendet und damit das letzte Hindernis für den Neustart der deutsch-amerikanischen Beziehungen aus dem Weg geräumt ist.

Merkel hat sich mit Auslandsreisen während der Corona-Pandemie sehr zurückgehalten und ist zuletzt nur noch zu einzelnen Gipfeltreffen nach Brüssel oder wie jetzt nach England gereist. Die Reise nach Washington dürfte auch eine ihrer letzten als Kanzlerin sein. Nach der Bundestagswahl im September wird sie als Regierungschefin abtreten.

Bislang hat Biden im Weißen – angesichts der Corona-Pandemie – erst zwei ausländische Gäste empfangen: Japans Ministerpräsidenten Yoshihide Suga und Südkoreas Präsident Moon Jae In. Nach bisheriger Planung wäre Merkel damit der dritte hochrangige Gast aus dem Ausland in Bidens Amtszeit.

Keine Kommentare