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Migrationsorganisation: Nicht alle Migranten in Libyen wollen in EU

Die IOM widerspricht damit Kapitänin Carola Rackete - 21.07.2019 21:03 Uhr

Die UN-Organisation widerspricht Carola Racketes Forderung. © Till M. Egen, dpa


Die IOM gehe davon aus, dass "ein paar Zehntausend Migranten in Libyen Anrecht auf internationalen Schutz haben", sagte der Mittelmeerbeauftragte der Organisation, Federico Soda, der Welt. Diese müssten "schnell evakuiert" werden, allerdings nicht ausschließlich nach Europa. "Auch andere Länder haben Hilfe angeboten, zum Beispiel Kanada", sagte Soda.

Die Sea-Watch-Kapitänin Rackete hatte vergangene Woche der Bild gesagt: "Wir hören von einer halben Million Menschen, die in den Händen von Schleppern sind oder in libyschen Flüchtlingslagern, die wir rausholen müssen." Ihnen müsse sofort bei einer sicheren Überfahrt nach Europa geholfen werden. Rackete hatte Ende Juni ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mit Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren. Gegen die 31-Jährige aus Niedersachsen wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

"Nicht alle wollen nach Europa"

"Nicht alle der 650 000 Migranten, die sich derzeit in Libyen aufhalten, wollen nach Europa", sagte Soda. "Es sind auch nicht alle solch akuten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, wie wir sie in den Haftzentren vorfinden." Die Zustände dort seien "katastrophal". Die Menschen seien auf engstem Raum zusammengepfercht, es gebe keinen Zugang zu sanitären Anlagen, keine medizinische Betreuung. "Wer einmal drin ist, kommt nicht wieder raus - es sei denn, er zahlt für den Weg nach draußen." Die Ausbeutung der Menschen sei "ein Geschäftsmodell für einige der Milizen im Land". 

dpa

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