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Nach Kreuz-Erlass: Kirchenvertreter greifen CSU an

Initiative mahnt deutliche Kurskorrektur an - 29.05.2018 05:43 Uhr

In der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wird, entgegen Söders Erlass, am ersten Juni noch kein Kreuz aufgehängt. © Peter Kneffel/dpa


Die Wortführer haben dazu den Inhalt eines offenen Briefes vorgestellt, der an die Spitze der CSU, alle Parteimitglieder, aber auch an alle Wählerinnen und Wähler gerichtet ist. Sie befürchten, dass sich mit Blick auf die Landtagswahlen in Bayern im Oktober der Streit darüber verschärft, was Merkmale einer christlichen Politik sind.

Zu den Forderungen der Aktion gehört unter anderem, dass Flüchtlingspolitik von den Fluchtursachen "und nicht von (Ober-)Grenzen her gedacht werden muss". Außerdem dürften Schutzsuchende nicht in Krisengebiete abgeschoben werden. Verallgemeinerungen wie "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" sollten durch differenzierende Aussagen ersetzt werden.

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Mit der Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden hat Markus Söder viel Staub aufgewirbelt. Vertreter aus Politik und Religion äußerten sich zu dem umstrittenen Erlass des Ministerpräsidenten.


Auch soziale Fragen

Auch sozialen Fragen widmet sich der Text. Wer Armut verringern wolle, müsse über Reichtum reden und über "eine angemessene Besteuerung nach Leistungsfähigkeit". Ein Anlass für die Aktion war die Verordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), nach der ab 1. Juni in jeder Landesbehörde ein Kreuz hängen soll.

Mit dem umstrittenen Kreuz-Erlass hadert auch die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Es sei fraglich, ob sich das demokratische Grundverständnis von Kunst und das Kreuz-Symbol miteinander vertragen, sagt Kanzler Peter Ochs. Man werde am 1. Juni noch kein Kreuz aufhängen - wenn überhaupt. "Die Diskussionen im Senat der Akademie laufen noch." Ochs will erneut das Gespräch mit dem Innenministerium suchen.

Dass in einem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst ein Kreuz an der Wand nichts verloren hat, davon ist die Chefin des Neuen Museums Nürnberg überzeugt. Eva Kraus war mit Kritik am Söder-Erlass in die Offensive gegangen.

Michael Kasperowitsch/Ute Möller

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