Nach Plagiatsaffäre: Karl-Theodor zu Guttenberg hat seinen Doktor wieder

13.8.2020, 10:32 Uhr
Der frühere CSU-Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg - hier Anfang 2020 am Tegernsee aufgenommen - hat nach eigenen Angaben wieder einen Doktortitel.

Der frühere CSU-Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg - hier Anfang 2020 am Tegernsee aufgenommen - hat nach eigenen Angaben wieder einen Doktortitel. © Angelika Warmuth, dpa

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach eigenen Angaben wieder einen Doktortitel. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf seinen Doktorvater darüber berichtet. Demnach hat zu Guttenberg schon vor einiger Zeit an der britischen Universität Southampton promoviert und trägt nun den Titel PhD (Doktor der Philosophie).

"Dankbar für die zweite Chance"

Gesprochen habe er bislang darüber mit fast niemandem, sagte zu Guttenberg der Funke Mediengruppe und fügte hinzu: "Denn promoviert habe ich nicht für die Öffentlichkeit und erst recht nicht für ein politisches Comeback, das ich gewiss nicht mehr anstrebe, sondern alleine aus sehr persönlichen Gründen. Deshalb möchte ich auch nichts mehr dazu sagen, außer dass ich sehr dankbar bin, diese zweite Chance bekommen zu haben."

Zu Guttenberg war 2011 von seinem Ministerposten zurückgetreten, nachdem ihm sein erster Doktortitel von der Universität Bayreuth aberkannt worden war. Die sah es als erwiesen an, dass der einstige Hoffnungsträger der CSU seine juristische Arbeit in zahlreichen Passagen abgeschrieben und vorsätzlich getäuscht hatte. Der Ex-Minister hatte daraufhin seinen Lebensmittelpunkt in die USA verlegt.

Die Arbeit hat einen sperrigen Titel

Seine neue Abschlussarbeit reichte zu Guttenberg den Berichten zufolge bereits 2018 an der Fakultät für Wirtschaft, Recht und Kunst der Southampton Business School ein, die zur Universität gehört. Es handele sich um eine "Analyse vom Wesen, Umfang und Bedeutung des Korrespondenzbankwesens und seiner Anwendung in historischen Präzedenzfällen und ausgewählten Fallstudien".

Anfang des Jahres hatte zu Guttenberg am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels am Tegernsee gesagt, er halte den CDU-Wirtschaftsexperten Friedrich Merz für den geeigneten Kanzlerkandidaten der Union - und nicht seinen Parteichef Markus Söder. "Für mich bleibt momentan als einziger unter den Unionspolitikern ein Friedrich Merz, den ich als durchaus für diese Aufgabe geeignet halte oder den ich wählen würde", hatte der Ex-Minister gesagt. Merz und zu Guttenberg werden beide dem besonders wirtschaftsfreundlichen Flügel der Unionsparteien zugerechnet.

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