Montag, 09.12.2019

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Neue Studie: Zweifel an Unabhängigkeit der Medien bleibt

Besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird kritisch betrachtet - 21.11.2019 11:49 Uhr

Im Vergleich zu früheren Studien für den WDR ist der Anteil derer, die eine politische Einflussnahme vermuten, etwas zurückgegangen.


In der Berichterstattung des Auftraggebers liest es sich – zumindest auf den ersten Blick – ganz unproblematisch: "Studie: Deutsche halten Medien weiterhin für glaubwürdig" hat der Westdeutsche Rundfunk seinen Artikel über die Ergebnisse einer Erhebung von Infratest dimap überschrieben, die in seinem Auftrag durchgeführt worden war.

Im Detail sind diese Ergebnisse aber durchaus beunruhigend für die Medienbranche: Etwa vier von zehn Bürgern (38 Prozent) glauben, Staat und Regierung würden den deutschen Medien vorgeben, worüber sie berichten sollen. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Gefühl in Ostdeutschland, wo jeder Zweite diese Vermutung hat – im Westen ist es nur jeder Dritte. Insgesamt glauben 37 Prozent, dass besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Vorgaben durch die Politik betroffen sei. Beim Fernsehen allgemein lag der Wert bei 15 Prozent, bei (Tages-)Zeitungen bei neun Prozent. Die Umfrage ist repräsentativ, die Meinungsforscher befragten vom 14. Oktober bis 1. November 1000 Wahlberechtigte.

Je gebildeter, desto mehr Vertrauen

Im Vergleich zu früheren Studien für den WDR ist der Anteil derer, die eine politische Einflussnahme vermuten, jedoch etwas zurückgegangen: Im Jahr 2016 waren es den Angaben zufolge noch 42 Prozent und im Jahr 2018 40 Prozent.


Kommentar: Guter Journalismus verhindert Einflussnahme


Auf die Frage, ob sie "Medieninformationen" generell für glaubwürdig erachten, antworteten nun 61 Prozent mit Ja. 2018 lag dieser Wert mit 65 Prozent höher, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 mit 52 Prozent aber auch schon einmal deutlich niedriger. Grundsätzlich gilt: Je gebildeter jemand ist, desto eher vertraut er den Medien.

Die höchste Glaubwürdigkeit wird mit 78 Prozent erneut den öffentlich-rechtlichen Radiosendern zugeschrieben. "Die Studie zeigt, wie wichtig der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Qualitätspresse weiterhin als stabile Säulen unserer Gesellschaft sind", sagt WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn.

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MANUEL KUGLER/dpa

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