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Neujahrsempfang: Auch Nürnbergs SPD ist gespalten

Sowohl GroKo-Pragmatismus als auch Sorge um Zukunft der Partei ist spürbar - 22.01.2018 21:56 Uhr

Oberbürgermeister Ulrich Maly legt eine SPD-Parteizugehörigkeit auch jenen nahe, die eher CSU-Sympathisanten sind: "Wenn Sie jetzt beitreten, können Sie helfen, dass Angela Merkel wieder Kanzlerin wird", sagte der OB. © Ulrich Schuster


Einen Tag nach der knappen Entscheidung für Koalitionsgespräche übt die SPD wieder das Zusammenrücken. Der Jahresempfang der Nürnberger Sozialdemokraten kommt da ganz gelegen. Und weil er diesmal im geräumigen Saal des Z-Baus stattfindet, muss es mit der Nähe auch niemand übertreiben.

Wobei die alten Flügelzugehörigkeiten beim aktuellen Konflikt nicht unbedingt die Meinungstrennlinien lieferten. Victor Strogies, 37-jähriger Ortsvereinsvorsitzender in St. Leonhard/Schweinau rechnet sich selbst dem linken Lager seiner Partei zu. Dass es am Sonntag eine Mehrheit für GroKo-Gespräche gab, hält er trotzdem für die "richtige Entscheidung".

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Bilder: Neujahrsempfang der Nürnberger SPD im Z-Bau

Einen Tag nach dem denkwürdigen SPD-Sonderparteitag zur Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Union laden die Sozialdemokraten in Nürnberg zum Neujahrempfang.


Auch Alexandros Datsios, seit 43 Jahren in der Partei, zeigt sich erleichtert. "Bei Neuwahlen wäre die AfD der einzige Gewinner gewesen", sagt er. "Das wäre für Deutschland und für Europa nicht in Ordnung."

"Weil uns die GroKo nichts bringt ..."

Aber es gibt auch andere Stimmen. Trotz seiner 21 Jahre ist Kevin Kienle nicht bei den Jusos aktiv, sondern schon Chef des Ortsvereins Muggenhof. Am Sonntag vor dem Fernseher drückte er den GroKo-Gegnern die Daumen. "Weil uns die GroKo nichts bringt und wir uns in den vergangenen vier Jahren auf 20,5 Prozent heruntergearbeitet haben." Die Sache ist für Kienle noch nicht gelaufen. Beim Mitgliederentscheid, der einen Koalitionsvertrag absegnen muss, will er mit Nein stimmen.

Für alle, die bislang noch kein SPD-Mitglied sind, hat der Nürnberger Chef der Sozialdemokraten, Thorsten Brehm, an diesem Abend einen Mitgliedsantrag dabei. Der sei billiger als ein Netflix-Abo — und steuerlich absetzbar. Oberbürgermeister Ulrich Maly legt die Parteizugehörigkeit auch jenen nahe, die eher CSU-Sympathisanten sind: "Wenn Sie jetzt beitreten, können Sie helfen, dass Angela Merkel wieder Kanzlerin wird."

Natascha Kohnen, Vorsitzende der BayernSPD, Spitzenkandidatin für die Landtagswahl und Hauptrednerin beim Neujahrsempfang, verteidigt das 28-seitige Sondierungspapier. Es gelte nun in den kommenden Wochen darüber zu streiten, vor allem über die Befristung von Arbeitsverträgen und die ebenfalls abzuschaffende Zwei-Klassen-Medizin. 

Hans-Peter Kastenhuber und Timo Schickler

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