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NRW will Tötung männlicher Küken bundesweit stoppen lassen

Bundesland will Verfahren über Bundesratsinitiative schneller in Gang bringen - 30.03.2015 15:20 Uhr

Täglich werden männliche Küken getötet - damit soll bald Schluss sein, wenn es nach Nordrhein-Westfalen geht. © dpa


Nordrhein-Westfalen will über den Bundesrat versuchen, die massenhafte Tötung männlicher Küken in Deutschland so schnell wie möglich verbieten zu lassen. Das Land werde einen Antrag für eine Änderung des Tierschutzgesetzes in die Länderkammer einbringen, kündigte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Montag in Düsseldorf an.

Der Grünen-Politiker warf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor, auf Zeit zu spielen und sich hinter Absichtsbekundungen und Forschungsvorhaben zu verstecken. "Es kann nicht sein, dass sich die Bundesregierung hier wegduckt und sich zum Steigbügelhalter der Geflügel-Lobby machen lässt", kritisierte er.

Schmidt hat angekündigt, das Töten männlicher Küken spätestens bis 2017 beenden zu wollen. Veterinärmediziner der Universität Leipzig forschen an einer Alternative. Der Bundeslandwirtschaftsminister informierte sich am Montag vor Ort über das Projekt zur spektroskopischen Geschlechtsbestimmung im Hühnerei. So soll verhindert werden, dass die männlichen Küken überhaupt schlüpfen. Sollten alle Prüfungen positiv verlaufen, will Schmidt darauf dringen, dass die Brütereien rasch entsprechende Geräte anschaffen.

Nur weibliche Tiere benötigt

In der Legehennenzucht werden nach Angaben der Universität Leipzig in Deutschland jährlich rund 40 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Sie sind schlicht überflüssig, nur die weiblichen Tiere werden benötigt. Die Methode der Leipziger Forscher soll eine Geschlechtsbestimmung im unbebrüteten Ei möglich machen. Im Idealfall könnten die Eier, aus denen später männliche Küken schlüpfen würden, dann einfach verkauft werden.

dpa

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