Sonntag, 17.11.2019

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Olaf Bandt neuer Chef des Umweltverbands BUND

60-Jähriger in Nürnberg gewählt - Eklat um Gegenkandidaten - 09.11.2019 17:00 Uhr

Neuer Chef des BUND: Olaf Bandt. © Simone M. Neumann/BUND


Fritz Rainer Edelmann hat offensichtlich geahnt, was er da auslösen würde: Der Sprecher der BUND-Ortsgruppe Nürnberg-Südstadt, der sich als einer von drei Kandidaten um den Bundesvorsitz des Verbands bewirbt, kündigt in seiner Rede an, ein "Tabu" bei dem Umweltverband anzusprechen. Und redet dann über das weltweite Bevölkerungswachstum - "es ist wichtig, dieses Thema anzupacken", sagt Edelmann. Natur- und Umweltschutz, so sein Argument, ließen sich kaum vereinbaren mit einer immer schneller wachsenden Menschheit, die immer mehr Land und Ressourcen benötige.

Offensichtlich ein Argument, das die 148 Delegierten im Historischen Nürnberger Rathaussaal ablehnen. Edelmann erhält Pfiffe, später muss er sich von zwei BUND-Mitgliedern anhören, er habe gar "faschistoide" und "rassistische" Gedanken geäußert.

Am Ende ist der Nürnberger - ebenso wie der zweite Gegenkandidat Leonardo Barisic - chancenlos. Die Delegierten machen Olaf Bandt zum neuen Bundeschef des BUND. Der gebürtige Dortmunder war als haushoher Favorit in die Wahl gegangen: Er ist seit elf Jahren Bundesgeschäftsführer für Politik und Kommunikation im BUND und entsprechend gut vernetzt. "Ich möchte als Vorsitzender dort sein, wo die Kämpfe ausgefochten werden", kündigt er an.

Ende einer Ära

Mit Bandts Wahl endet beim BUND eine Ära. Zwölf Jahre lang hatte den Verband der in Fürth lebende Hubert Weiger geführt, einer der bekanntesten Umweltschützer Deutschlands. Der 72-Jährige, der von 2002 bis 2018 zudem dem Bund Naturschutz in Bayern vorgestanden hatte, war nicht mehr zur Wahl angetreten. "Lieber Hubert, du hast sehr große Stiefel in den Raum gestellt", sagte Bandt bei seiner Bewerbungsrede. "In die werde ich nicht gleich passen."

 

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