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Regierung verteidigt Rentenpläne: Weitere Streiks in Frankreich

Ukraine-Gipfel am Montag in Paris soll wie geplant stattfinden - 06.12.2019 20:45 Uhr

Am Donnerstag waren in ganz Frankreich bei einem der größten Proteste seit Jahren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Rentenpläne von Präsident Emmanuel Macron und der Regierung zu demonstrieren. © Louai Barakat, dpa


Der Protest gegen die Rentenreform in Frankreich dauert an: Am Freitag kam es im ganzen Land im Nah- und Fernverkehr erneut zu massiven Behinderungen. Auch am Wochenende soll es wieder erhebliche Störungen bei der Bahn geben. Während die Gewerkschaften die nächste Massendemonstration planen und zu neuen branchenübergreifenden Streiks aufrufen, verteidigt die Regierung ihre Reformpläne.

Am Donnerstag waren in ganz Frankreich bei einem der größten Proteste seit Jahren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Rentenpläne von Präsident Emmanuel Macron und der Regierung zu demonstrieren. Der öffentliche Verkehr war fast komplett lahmgelegt - auch am Freitag rollte fast kein Zug.

Mit der Rentenreform will die Mitte-Regierung Privilegien für bestimmte Berufsgruppen wie die Eisenbahner beim Rentenalter auf längere Sicht beenden. Neben der normalen Rentenversicherung gibt es in Frankreich 42 Einzelsysteme, die Sonderregelungen mit sich bringen. Außerdem will die Regierung Anreize geben, länger zu arbeiten.

Längere Arbeitszeiten

Die Behinderungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr dauern an. "An diesem Wochenende haben wir mehr oder weniger die gleichen Störungen wie an den vergangenen Tagen", sagte die Sprecherin der französischen Staatsbahn SNCF, Agnès Ogier. Das bedeute, 10 bis 15 Prozent des normalen Verkehrs. Das hat auch schwerwiegende Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen Frankreich und Deutschland. Auch die Metros der des Pariser Verkehrsbetriebe RATP werden mindestens bis Montag bestreikt.

Die Gewerkschaften bereiten unterdessen eine weitere Großdemonstration für kommenden Dienstag vor - vom Invalidendom zum Platz Denfert-Rochereau im Süden der französischen Hauptstadt. Der zweite große Protesttag wäre eine Gelegenheit für noch mehr Arbeiter, sich der Bewegung anzuschließen, sagte Catherine Perret von der Gewerkschaft CGT. Bernadette Groison von der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes FSU betonte, dass es sich nicht um eine Mobilisierung für nur wenige Tage handele. Auch Polizeigewerkschaften forderten ihre Anhänger auf, die Proteste fortzusetzen.

Unterdessen machte die Regierung deutlich, dass sie an ihren Reformplänen festhalten will. Premierminister Édouard Philippe verteidigte die Einführung eines einheitlichen Systems, das Privilegien für bestimmte Berufsgruppen beenden soll. Er betonte außerdem, dass die Franzosen länger arbeiten müssten. "Die sehr große Vielfalt der Systeme, der 42 derzeitigen Systeme, kann nicht fortgesetzt werden", betonte er. Der Premier kündigte eine schrittweise Umsetzung an, die ohne Brutalität erfolgen solle. Die genauen Pläne sollen am kommenden Mittwoch vorgestellt werden.

Benzin könnte knapp werden

Am Freitag streikten bei der SNCF knapp ein Drittel der Mitarbeiter. So hätten gut 87 Prozent der Lokführer und 80 Prozent der Schaffner die Arbeit niedergelegt, teilte das Unternehmen mit. Auch die Zugverbindungen von und nach Deutschland waren weiter gestört. Ein Großteil der Metro- und Tramlinien in Paris wurde nicht bedient, lediglich auf den zwei vollautomatisch betriebenen Linien gab es keine Einschränkungen.

In den Ölraffinerien im Westen des Landes entspannte sich die Lage Berichten zufolge allmählich. Sie waren im Zuge der Proteste ebenfalls blockiert worden. In den Regionen gab es zwischenzeitlich Befürchtungen, dass das Benzin knapp wird.

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Mit Blick auf den Ukraine-Gipfel, der am Montag in Paris stattfinden wird, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass man keine Gefahr für das Treffen sehe. "Wir sind davon überzeugt, dass die französischen Behörden alle notwendigen Vorkehrungen dafür treffen werden", sagte er russischen Agenturen zufolge. Neben Macron als Gastgeber werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj, an dem Gipfel teilnehmen.

dpa

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