Krieg gegen die Ukraine

Scheinreferenden in ukrainischen Gebieten beendet - Annexionswelle befürchtet

28.9.2022, 07:43 Uhr
Arbeiter hängen russische Fahnen an einem Wohnhaus in der von Russland unterstützten und von Separatisten kontrollierten Volksrepublik Luhansk auf. In den russisch-besetzten Gebieten der Ukraine fanden bis zum Dienstag international als Völkerrechtsbruch kritisierte Abstimmungen über einen Beitritt zu Russland statt.

© Uncredited, dpa Arbeiter hängen russische Fahnen an einem Wohnhaus in der von Russland unterstützten und von Separatisten kontrollierten Volksrepublik Luhansk auf. In den russisch-besetzten Gebieten der Ukraine fanden bis zum Dienstag international als Völkerrechtsbruch kritisierte Abstimmungen über einen Beitritt zu Russland statt.

+++ Nach dem Abschluss von Scheinreferenden in mehreren ukrainischen Gebieten haben die russischen Besatzer eine angeblich überwältigende Zustimmung der dortigen Bevölkerung zu einer Angliederung an Russland präsentiert. In Donezk hätten demnach mehr als 99 Prozent der Wähler zugestimmt, erklärt die dortige Besatzungsverwaltung. In Luhansk sollen es den russischen Angaben zufolge mehr als 98 Prozent, in Saporischschja mehr als 93 Prozent und in Cherson mehr als 87 Prozent gewesen sein. Damit dürfte in den kommenden Tagen eine russische Annexion der ukrainischen Gebiete beginnen.

+++ Russland geht nach den Worten seines UN-Botschafters von weiteren Referenden in der Ukraine aus. "Dieser Prozess wird weitergehen, wenn Kiew seine Fehler und seine strategischen Verfehlungen nicht erkennt und sich nicht von den Interessen seiner eigenen Leute leiten lässt" und stattdessen blindlings den Willen jener ausführe, die sie manipulierten, sagt der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York.

+++ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 für möglich und hat den möglichen Tätern mit härtesten Konsequenzen gedroht. "Jede vorsätzliche Störung der aktiven europäischen Energieinfrastruktur ist inakzeptabel und wird zu der schärfsten möglichen Antwort führen", twitterte von der Leyen am Dienstag. Insgesamt drei Lecks waren - nach einem ersten Druckabfall in der Nacht auf Montag - sowohl in einer der Röhren von Nord Stream 2 wie auch in beiden Röhren der Nord-Stream-1-Pipeline entdeckt worden.

Liveticker zur Ukraine-Krise

Verwandte Themen